Archiv
Steigende Chip-Preise machen Computer teurer

Wer sich bisher einen Computer zulegte, hatte meist schon bald nach dem Kauf Grund, sich zu ärgern. Fast immer war dann nämlich ein besseres Modell für weniger Geld zu haben. Zurzeit spricht jedoch vieles dafür, dass kaufwillige Computerfreunde einen Grund haben, sich zu beeilen.

dpa HAMBURG. Nach Einschätzung von Experten werden die Preise für PCs und Laptops in naher Zukunft spürbar anziehen. Analysten des US-Marktforschungsinstituts Gartner rechnen mit durchschnittlichen Preissteigerungen zwischen zehn und 15 Prozent. "Ich halte dies durchaus für realistisch", bestätigte der Chefredakteur des Fachmagazins "c't", Christian Persson.

Den Auftakt machte Ende März Apple: Das kalifornische Unternehmen hob die Preise für die neuen «iMac»-Modelle nach Worten des Sprechers der deutschen Tochter, Georg Albrecht, weltweit um durchschnittlich 100 $3(gut 113 Euro) an. Auch die Preisschilder für Fujitsu - Rechner müssen «in absehbarer Zeit» erneuert werden, teilte Sprecherin Barbara Schädler mit. "Wir werden Preissteigerungen in Höhe von zwei bis drei Prozent bei Standard-PCs vornehmen, bei Notebooks werden sie etwas geringer ausfallen." Ein Sprecher der Sony Deutschland GmbH kündigte an, das Unternehmen werde sich «am Markt orientieren.»

Nachdem PCs und Laptops im vergangenen Jahr nach Angaben der Gartner-Experten deutlich günstiger geworden waren, sind für den jetzigen Anstieg Verteuerungen bei den Rechner-Komponenten verantwortlich: «Die Preise für Speicherchips sind seit Dezember 2001 um fast 300 Prozent, jene für Flachbildschirme seit Jahresbeginn zwischen 25 und 35 Prozent gestiegen», betonten die Gartner-Analysten Leslie Fiering und Brian Gammage. Ursache dafür sei vor allem die gestiegene Nachfrage.

Ein Sprecher des Chipherstellers Infineon in München bestätigte diese Tendenz. Der Preis für einen Chip mit 128 Megabyte Speicherkapazität habe während der Technologiekrise Ende vergangenen Jahres bei nur einem US-Dollar gelegen. Inzwischen habe er zeitweise sogar mehr als den vierfachen Wert erreicht.

Computerkäufer müssen nach Perssons Angaben künftig besonders wachsam sein. Um Aufschläge zu verhüllen, werde mancher Hersteller bei Kompaktangeboten auf billigere Komponenten, etwa auf Festplatten mit weniger Speicherkapazität oder einfachere Grafikkarten setzen. "Man hat bei konfigurierten Systemen auch andere Möglichkeiten, dem Preisdruck auszuweichen als die Preise zu erhöhen", sagte Persson.

Einig sind sich Experten und Unternehmenssprecher darin, dass die Hersteller durch Preissteigerungen oder den Einsatz billigerer Bauteile ihre Gewinnmargen nicht erhöhen werden. «Die Hersteller haben keine andere Möglichkeit als die gestiegenen Komponentenpreise an die Kunden weiterzugeben», betonten die Gartner-Experten. Persson, Schädler und Albrecht bestätigten, es gehe ausschließlich darum, mit der Entwicklung bei Chips oder Flachbildschirmen Schritt zu halten.

Keine schlüssige Antwort gibt es auf die Frage, ob sich die Computerpreise auf dem höheren Niveau halten werden und ob gar mit weiteren Steigerungen zu rechnen ist. Es sei kaum abzusehen, ob der aktuelle Aufwärtstrend bei Chips nachhaltig ist, sagte der Infineon - Sprecher. Dagegen urteilte Persson, die Speicherpreise würden wohl langfristig steigen. "Allerdings werden die Preise für Prozessoren wegen des verschärften Wettbewerbs fallen." Möglicherweise gleiche dies die Steigerungen wieder aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%