Steigende Ertragschancen
Medienfonds treten aus Schattendasein

Medienfonds sind aus ihrem Schattendasein herausgetreten. "In den letzten drei Jahren sind zahlreiche Initiatoren hinzu gekommen", sagt Medienfondsanalyst Ulrich Silberberger von der Vendura Finanz-Vertriebs GmbH-Service in Fellbach.

dpa/afx FRANKFURT. Die Wende sei vor rund vier Jahren eingetreten. Während vor 1996 Medienfonds am Markt kaum wahrgenommen worden seien, hätten die Volumina im vergangenen Jahr bei über vier Mrd. DM gelegen. "Für dieses Jahr erwartet die Branche mindestens die gleiche Summe", sagt Silberberger.

Grund für die Trendwende seien die steigenden Ertragschancen von Spielfilmen. Die Kosten für Ausstrahlung von neuen Spielfilmen seien ähnlich stark gestiegen wie für Sportsendungen. "In beiden Bereichen sind die Ausstrahlungskosten explodiert", so der Experte, der Fondskonzepte analysiert und die Initiatoren bei der Konzeption ihrer Angebote berät. Hiervon profitierten die Medienfonds. Heute könnten Spielfilme im Kino, Video, Pay- und Free-TV weltweit ausgestrahlt werden. Die Ertragschancen würden voraussichtlich auch die nächsten Jahre weiter steigen. "Neue Techniken wie DVD, Video on Demand und demnächst Internet lassen zusätzliche Einnahmemöglichkeiten erwarten", erläutert Silberberger.

"Hiervon profitieren in erster Linie die Filmproduzenen bzw. Rechteinhaber der Filme wie zum Beispiel Medienfonds, die ihr Filmgut über Jahrzehnte vermarkten können", sagt Silberberger. "Damit gilt es eine Trennlinie zu den börsennotierten Medienfirmen zu ziehen, die oftmals Vermarktungsrechte der Filme von den Produzenten zu sehr hohen Preisen einkaufen, um sie eine begrenzte Zeit auswerten können."

Filmrechtehändler mit hohem Risiko

Des einen Leid des anderen Freud. "Während die Produzenten von hohen Lizenzgebühren profitieren, können diese die Filmrechtehändler in den Ruin treiben", sagt ein Branchenkenner, der nicht genannt werden möchte. Diese Unternehmen haben über die Börse viel Geld erhalten und damit überteuertes Programm eingekauft", sagt er. "Nun bleiben sie teilweise auf ihrem Erwerb sitzen." Dies hänge auch mit der Vormachtstellung einzelner Mitbewerber zusammenhänge.

Diese Risiken hat ein Medienfonds nicht. Vielmehr scheinen die Tücken woanders zu liegen. "Bevor Investoren sich an einem Fonds beteiligen, sollten sie genau prüfen, ob dieser den Erlass des Bundesministeriums der Finanzen erfüllt", rät Silberberger. Der Erlass gibt ab jetzt genau vor, unter welchen Voraussetzungen ein Medienfonds hundert Prozent steuerliche Verlustzuweisung im Jahr der Zeichnung nutzen kann.

Erfahrungen mit Medienfonds sind begrenzt

Erfüllt der Fonds die Voraussetzungen, so kann der Anleger auf einen Schlag seine Investitionen geltend machen. Wenn er seinen Produzentenstatus nicht beweisen kann und stattdessen vom Finanzamt als Filmfinanzierer eingestuft wird, ändert sich die Situation deutlich. "Dann ist unter Umständen nur eine Geltendmachung über einen Zeitraum von fünfzig Jahren erlaubt", sagt Silberberger. Hinzu komme das unternehmerische Risiko, dass die Produktion floppt, warnen manche Branchen-Teilnehmer.

Risikobewusstsein sollten Anleger auf jeden Fall mitbringen. Die Erfahrungen mit Medienfonds sind begrenzt. Da die meisten Fonds zwischen zwei und vier Jahren alt sind, können sie laut Silberberger erst in diesem Jahr Flagge bekennen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%