Steigende Kurse prognostiziert
Neue Hoffnung für den Dax

An den Börsen melden sich die Optimisten zurück. Deutschlands Top-Manager und Anlageprofis sind zuversichtlich, dass die Aktienkurse bis zum Jahresende steigen.

DÜSSELDORF. Die meisten deutschen Top-Manager erwarten bis zum Winter eine Erholung an den Börsen. Dies ergab eine Umfrage im Auftrag des Handelsblatts. Banken und Fonds äußern sich ähnlich. Die Experten stützen ihre Hoffnung vor allem auf baldigen konjunkturellen Aufschwung in den Vereinigten Staaten. Mit neuen Tiefs an den Börsen rechnet fast niemand mehr.

Der amerikanische Dow-Jones-Index hat den Optimismus bereits vorweggenommen: Das bekannteste Börsenbarometer der Welt notiert nach der jüngsten Kursrally nur knapp unter dem Allzeithoch vom Januar 2000.

Vier Fünftel der rund 800 befragten Führungskräfte der deutschen Wirtschaft rechnen in nächster Zeit mit einem Börsenaufschwung. Nur 3 % der Manager prophezeien fallende Kurse. Das ergab eine repräsentative Befragung des Psephos-Institus im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors im Mai.

Dax wird 8000er Marke nicht überspringen

Fast die Hälfte der befragten Manager sieht den Dax auf rund 7000 Punkte steigen. Das entspräche einem Plus von mehr als 10 % in sechseinhalb Monaten. Zum Vergleich: Im Schnitt brauchen die Kurse ein ganzes Jahr für einen solchen Anstieg. Mit einer Erholung rechnen die meisten Manager aber erst in der zweiten Jahreshälfte. Kaum jemand erwartet, dass der Dax die 8000er Marke überspringt.

Durchweg optimistisch fallen auch die Prognosen von Banken und Fondsmanagern aus. Seit kurzem melden Anlageprofis wieder verstärkt mit Indexzielen zu Wort. Noch vor wenigen Wochen verweigerten viele Banker konkrete Vorhersagen. Peinliche Fehlurteile hatten die Branche wortkarg gemacht.

Christoph Bruns, Leiter der Aktienanlage beim Fondsverwalter Union, prognostiziert für den Dax zum Jahresende einen Stand von 8000 Punkten. So weit gehen seine Kollegen bei der Deutschen Bank, Commerzbank, Dresdner, BHF-Bank und HSBC nicht: Sie sehen den Dax in einer Spanne zwischen 6500 und 7040 Punkten.

"Die Anleger haben den Grundoptimismus wieder gefunden", sagt Gertrud Traud von der Bankgesellschaft Berlin. Die Analystin sieht drei Voraussetzungen für steigende Kurse an den Börsen erfüllt: Kapitulation der Anleger, niedrige Aktienbewertung und Liquidität. "Auch die vierte und letzte Voraussetzung, die Stabilisierung der Konjunktur, beginnt sich zu erfüllen. Deshalb geht es jetzt bergauf, wenn auch nicht schnell", sagt Traud. Die Risikobereitschaft der Investoren sei nach der heftigen Talfahrt stark gesunken, was die Erholung bremse.

Optimismus auch für den Neuen Markt

Kräftige Kursgewinne erwarten die meisten Bankexperten auch am Neuen Markt, der in den vergangenen Wochen bereits kräftig gestiegen ist. Das auf Wachstumsunternehmen spezialisierte Wertpapierhaus SES-Research nennt 2800 Punkte als "Untergrenze" für den Nemax 50, dem Börsenbarometer für die größeren Firmen. Das entspräche einem Zuwachs um mehr als ein Drittel. Etwas weniger optimistisch sind die Commerzbank und die BHF-Bank, die ein Potenzial zwischen 20 % und 45 % sehen.

Einige Banken mögen jedoch derzeit keine punktgenaue Prognose zum Neuen Markt abgeben. Für eine fundierte Analyse sei die Datenlage zu dürftig, sagt Bernd Meyer von der Deutschen Bank. "Da kann man nur den Finger in den Wind halten", meint er.

Beim Neuen Markt lagen viele Experten falsch. So nannte die DG Bank noch im November ein 8000-Punkteziel für den Nemax All Share. Bis Ende März sollte der Index auf diesen Stand klettern. Tatsächlich stand der Nemax zu diesem Zeitpunkt bei 2000 Punkten. Ein neuer Mann soll nun für mehr Treffsicherheit sorgen: Seit gut vier Wochen analysiert Christian Kahler bei der DG Bank den Neuen Markt. Eine Vorhersage wagt er aber noch nicht.

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