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Steigende Kurse werden Neuemissionen aufs Parkett locken

Die Prognosen für das Neuemissionsjahr 2001 waren gut, die Realität nicht. Bis zu 100 Börsengänge sollten es werden, tatsächlich aber wagten nur rund 25 Unternehmen den Sprung an den deutschen Aktienmarkt. Zur Erinnerung: Im Jahr 2000 gingen mehr als 130 Unternehmen allein an den Neuen Markt. Doch ein Vergleich mit diesem Boomjahr ist ungerecht, denn die exorbitanten Kurssteigerungen und Zeichnungsgewinne waren von einer aberwitzigen Fantasie getrieben. Und da jede Seifenblase einmal zerplatzt, holten sich viele Anleger Ende 2000 ein blutige Nase.

vwd FRANKFURT. Kein Wunder, dass die meisten Investoren 2001 lieber die Finger von den IPO-Kandidaten ließen. Viele Anleger wendeten sich nach den Kurseinbrüchen und mit Blick auf die schlechten Konjunkturaussichten enttäuscht von der Anlageform Aktie ab. Seit Ende September geht es wieder aufwärts mit den deutschen Aktien und damit auch mit der Stimmung der Investoren. Für die Börsenkandidaten ein Licht am Ende des Tunnels? Nicht vergessen werden darf, dass ein IPO für die meisten Wachstumsunternehmen die einzige Möglichkeit der Kapitalbeschaffung ist, denn nach den Pleiten der Vergangenheit haben die Banken den Kredithahn noch fester zugedreht. Händler und Analysten sind sich einig: Börsengänge wird es im Jahr 2002 auf jeden Fall geben, die Frage ist nur, wann und wie viele.

Seriöse Prognosen könne man derzeit überhaupt nicht abgeben, sagt Karsten Abromeit, Analyst und IPO-Experte des Researchhauses Invera. Aber 2002 würden es auf jeden Fall mehr werden als 2001. Aus Gesprächen mit Banken wisse er, dass viele Börsenkandidaten in den Startlöchern stünden und auf besseres Börsenwetter warteten. "Die Nachfrage nach Neuemissionen steht und fällt mit der Entwicklung an den Aktienmärkten", betont Abromeit. Steigen die Kurse und damit die Nachfrage nach Aktien, werden seiner Ansicht nach auch wieder Neuemissionen gefragt sein.

Als Startschuss für das IPO-Geschäft sei eine gute und erfolgreiche Neuemission dringend erforderlich, erklärt Norbert Empting, verantwortlich für den Pre-IPO-Handel beim Börsenmakler Schnigge. Der Aktienmarkt habe sich bereits so weit verbessert, dass im Februar/März 2002 die ersten Börsenkandidaten an den Start gehen könnten. Sollten die Emissionen erfolgreich sein, würden auch Privatanleger wieder investieren. Die im vergangenen Jahr häufig kritisierte schlechte Qualität der IPO-Unternehmen wird Emptings Ansicht nach 2002 kein Problem mehr sein. "Die Banken werden aus der Kritik und dem Desaster der Vergangenheit gelernt haben", ist er sich sicher.

Dieser Meinung ist auch Stefan Buchholz, Sales-Manager der DZ-Bank. Zu erwarten seien solide Börsenaspiranten, die fair bewertet sind. Die Emissionsbanken könnten es sich nicht mehr leisten, dass ihre Börsenneulinge in den ersten Wochen einen Kursverfall von 25 % und mehr verzeichneten. Buchholz erwartet für das kommende Jahr rund 50 Neuemissionen.

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