Steigende Produktivität
Bush sieht US-Wirtschaft wachstumsfähig

US-Präsident George W. Bush hat sich am Montag optimistisch zur Lage der US-Wirtschaft geäußert, die von Bilanzaffären und dem tiefsten Stand der US-Aktienmärkte seit fünf Jahren gezeichnet ist.

Reuters BIRMINGHAM. In einer Rede an der Universität von Alabama in Birmingham bewertete Bush am Montag die US-Wirtschaft positiv und berief sich auf eine geringe Inflation sowie niedrige Zinsen. Er nannte die Geldpolitik der USA vernünftig und verwies auf steigende Produktivität. "Um die Sicherheit zu bekommen, die wir alle haben wollen, muss Amerika den Kater auskurieren, den wir jetzt nach einem Rausch haben, einem ökonomischen Rausch...", sagte Bush. "Wir waren in einem Land des nimmer endenden Profits. Es gab kein Morgen, was den Aktienmarkt und die Unternehmensgewinne betraf...", sagte Bush weiter und betonte, dass die US-Wirtschaft im Wesentlichen stark sei und eine Wachstumsgrundlage habe.

An den US-Aktienmärkten gab es offenbar keine größeren Reaktionen auf die Bush Rede. Die Märkte erholten sich im späten Geschäft am Dienstag weitgehend von Kursverlusten. Händler führten dies jedoch auf verstärkte Aktienkäufe bei günstigen Kursen zurück.

Verunsicherung der Anleger

Anleger waren nach einer Reihe von Bilanzaffären bei US-Unternehmen wie Enron Corp. und Worldcom Inc. verunsichert. Um das Vertrauen der Anleger in US-Unternehmen zu stärken, hatte Bush vergangene Woche in einer Grundsatzrede in New York höhere Strafen für Bilanzfälschung gefordert. Die Höchststrafe für Manager, die bewusst Falschinformationen schriftlich weitergeben, solle auf zehn Jahre verdoppelt werden, sagte Bush.

Die US-Aktienmärkte sind nach den Bilanzaffären auf den tiefsten Stand seit 1997 gefallen. Bush war es trotz seiner Ankündigungen nicht gelungen, die Märkte zu besänftigen. Zudem wurden seine Vorschläge von strengeren Vorschlägen des von den Demokraten dominierten US-Senats verdrängt.

Die demokratische Partei hat sich das Thema der Unternehmensreform zu Eigen gemacht und sucht es sich bei den anstehenden Parlamentswahlen Anfang November zu Nutze zu machen.

Angst vor Abwahl

Das US-Präsidialamt befürchtet, bei einer schwachen Wirtschaft könnte den Präsidenten das Schicksal seines Vaters ereilen. George Bush senior hatte 1992 die Wahl gegen den demokratischen Kandidaten Bill Clinton verloren. Damals war der Eindruck entstanden, Bush habe keinen Zugang zu den ökonomischen Sorgen des Landes.

Die jüngsten US-Umfragen zeigen zwar eine hohe Zustimmung für den Präsidenten. Zugleich deuten die Umfragen auf nachlassende Anerkennung der Wirtschaftspolitik von Bush und auf wachsende Angst um die Wirtschaft unter den US-Bürgern.

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