Steigende Zahl von Besuchen auf den Homepages von Immobilienmaklern
Online-Suche nach Immobilien immer populärer

Das Internet verändert die Immobilienwirtschaft. Durch die ständige Verfügbarkeit, enorme Reichweite und Informationsdichte wird das virtuelle Netz zunehmend als privater Wohnungsmarkt genutzt. Gleichwohl werden bislang noch keine Geschäftsabschlüsse in nennenswertem Umfang getätigt.

pbl Düsseldorf. Rund 14 Millionen Deutsche nutzen derzeit das virtuelle Netz - die Zahl der User dürfte sich in den nächsten Jahren auf über 20 Millionen erhöhen. So lautet die Prognose des Online-Monitors der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Weltweit, so hat das Marktforschungsunternehmen Gomez zudem festgestellt, nutzen bereits mehr als vier Millionen Menschen das Internet auf der Suche nach Immobilien. Auch in Deutschland steigt das Interesse. So verzeichnete der Online-Immobilienmarkt allein im März über drei Millionen Besuche, mithin eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber November vergangenen Jahres. Dynamisch entwickelt sich auch die Zahl der Seitenabrufe, die sich im März auf 45 Mill. addierten - im November 2000 waren es noch 21,6 Mill. Deutlich - und zwar von 4 auf 5,6 Mill. - erhöhte sich im gleichen Zeitraum die Zahl der abgerufenen Exposés.

Dennoch ist das Objektangebot auf den Plattformen noch bescheiden, obwohl gerade eine breite Informationsfülle den Plattformen eine dauerhafte Existenz sichert. So nennt die Grundbesitz Studie der Deutsche Bank Research als "kritische Größe" ein Angebot in sechsstelliger Höhe. Erst dann, so die Experten, sei eine Immobilienbörse als Marktplatz finanziell gesichert. Da die Mehrheit der Anbieter diese Zielgröße noch längst nicht erreicht haben, rechnet die Deutsche Bank mit einer steigenden Zahl Insolvenzen oder Übernahmen durch größere Anbieter.

Gleichwohl ist ein Internetauftritt, so die Überzeugung der Branche, inzwischen für jeden Makler überlebenswichtig. "Immobilienanbieter sind quasi tot, sofern sie sich nicht den neuen Märkten anpassen, selbst dann, wenn der Auftritt noch keine Gewinne abwirft", glaubt Udo Schrieber, Hamburger Landesvorsitzende des Verbandes Deutscher Makler.

Zu den großen Vorteilen des Internets gehört zwar eine ständige Verfügbarkeit, eine weltweite Reichweite, Transparenz und Informationsdichte - dennoch werden nach übereinstimmender Ansicht der Experten noch keine Geschäfte im nennenswerten Umfang virtuell realisiert. "Auf Grund der fehlenden Homogenität des Produkts Immobilie erfolgt der eigentliche Vertragsabschluss meist erst nach einer persönlichen Beratung", meint Schrieber. Hinzu kommt, dass sich beispielsweise die Wohnungsmärkte regional sehr unterschiedlich entwickeln und sich die Plattformen auf die Märkte in den Ballungsräumen konzentrieren.

Trotz der inzwischen mehr als 100 Plattformen, fehlen derzeit noch die Sparkassenorganisationen als größter deutscher Immobilienanbieter und auch das Angebot der Großbanken ist noch gering. Selbst die meisten Tageszeitungen, die bisher mit ihrem Immobilienteil den Markt dominierten, haben noch keine verlagsübergreifende Homepage geschaffen - bislang werden nur eigene Immobilienanzeigen ins Internet gestellt. Erst im Sommer soll der Start des Immobilienportals von Versum erfolgen - ein Verbundauftritt verschiedener Verlage und Unternehmen im Internet als Reaktion auf das rückläufige Immobilien-Kleinanzeigengeschäft.

Über Erfolg und Misserfolg sprechen die einzelnen Anbieter nicht. Sie publizieren lediglich die Zahl der Visits, der angebotenen Objekte und behaupten meist, dass ihre "ehrgeizigen Ziele" erreicht wurden. Heute gehen Insider jedoch davon aus, dass fast alle Anbieter rote Zahlen schreiben.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma suchen Internet-Makler in der Ausweitung des Dienstleistungsangebotes. "Wir wollen die Kooperation mit Servicepartnern intensivieren, die beispielsweise bei Umzügen oder Renovierungen helfen. Damit reagieren wir auf den steigenden Beratungsbedarf der User", erläutert Jürgen Böhm, Geschäftführer der Immobilien-Scout24 seine Strategie. Andere Mitbewerber setzen dagegen auf Spezialisierung oder besondere Nischen. So bietet propertygate.com ausschließlich hochpreisige Immobilien, offeriert jedoch nur zum Verkauf anstehende Objekte. " " , vollständig im Besitz der Hypovereinsbank, betreibt dagegen kein klassisches Immobilienportal, sondern bietet nur Objekte der Bank. Einen Schwerpunkt auf Kaufobjekte legt die Deutsche Immobilienbörse. Von rund 70 000 Objekten, die bisher kostenlos angeboten wurden, stehen 50 000 Objekte zum Verkauf. Das Angebot richtete sich vor allem an professionelle Immobilienanbieter.

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