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Steigender Ölpreis könnte Konjunkturerholung gefährden - Bundesbank

Der steigende Ölpreis kann nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ernsthaft gefährden. Mit einer Fortsetzung des Ölpreisanstiegs wären laut Bundesbank stark negative Rückwirkungen auf das derzeit herrschende Konjunkturszenario verbunden, heißt es in dem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. Die wünschenswerte Belebung der Inlandsnachfrage in der deutschen Wirtschaft könnte durch einen weiteren Ölpreisanstieg zusätzliche erschwert werden.

dpa-afx FRANKFURT. Der steigende Ölpreis kann nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ernsthaft gefährden. Mit einer Fortsetzung des Ölpreisanstiegs wären laut Bundesbank stark negative Rückwirkungen auf das derzeit herrschende Konjunkturszenario verbunden, heißt es in dem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. Die wünschenswerte Belebung der Inlandsnachfrage in der deutschen Wirtschaft könnte durch einen weiteren Ölpreisanstieg zusätzliche erschwert werden.

"Beim bisher erreichten Ölpreisniveau ist die generelle Erholungstendenz aber nicht in Frage zu stellen, zumal die meisten Konjunkturprognosen bereits vor der jüngsten Zuspitzung der Lage von einem relativ hohen Ölpreis in diesem und dem nächsten Jahr ausgegangen sind," schreibt die Bundesbank.

Exportabhängigkeit IST Archillesferse

Die hohe Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft bleibt nach Einschätzung der Bundesbank die Achillesferse der konjunkturellen Erholung. Die Inlandsnachfrage habe dagegen auch im zweiten Quartal kaum Anstöße gegeben, heißt es in dem am Montag in Frankfurt vorgelegten August-Monatsbericht.

Die Investitionstätigkeit sei trotz der konjunkturellen Besserung und günstiger Finanzierungsbedingungen insgesamt schwach. Die Baunachfrage habe sich erneut verringert und die leichte Zunahme bei den übrigen Anlage- und Ausrüstungsinvestitionen nicht kompensieren können.

Rückgang DER Realeinkommen

In den vergangenen Monaten habe sich der Ausgabespielraum der privaten Verbraucher zudem durch höhere Verbraucherpreise eingeengt. Die jährliche Inflationsrate im zweiten Quartal von durchschnittlich 1,7 % ergebe sich zu einem großen Teil aus der Gesundheitsreform und der Erhöhung der Tabaksteuer. Auch der Preisanstieg beim Rohöl bringe einen Verlust bei den Realeinkommen der Verbraucher.

Der hohe Ölpreis stellt laut Bundesbank auch für die Inflationsentwicklung eine Gefahr dar. Für eine grundlegende Korrektur besteht aber laut Bundesbank kein Anlass. Laut Bundesbank dürften die Jahresinflationsrate sowohl 2004 als auch 2005 unter 2 % bleiben. Eine Grundvoraussetzung sei aber, dass "Zweitrundeneffekte" ausbleiben. Dazu sei Zurückhaltung auf der Lohnseite notwendig.

Nach der ersten Einschätzung des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Vierteljahr saison- und kalenderbereinigt um real 0,5 % gestiegen. "Die Auslastung der Produktionskapazitäten dürfte damit im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt erstmals seit fast drei Jahren wieder etwas zugenommen haben", erklärte die Bundesbank dazu. Bezogen auf das erste Halbjahr 2004 könne damit von einem "leichten Aufschwung" gesprochen werden.

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