Steinhäuser wollte einen Film drehen
Ermittler schließen Komplizen in Erfurt nicht aus

Auch knapp zwei Wochen nach dem Amoklauf von Erfurt schließen die Ermittler nicht aus, dass der Täter Mitwisser oder Komplizen hatte.

Reuters ERFURT. Der Sprecher der Erfurter Staatsanwalt, Michael Heß, sagte am Mittwoch in Erfurt, es sei nach wie vor nicht hundertprozentig ausgeschlossen, dass der Amokschütze Robert Steinhäuser Komplizen oder Mitwisser gehabt habe. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen habe es am Gutenberg-Gymnasium aber "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" keinen zweiten Täter gegeben.

Alle Schüsse seien aus der Pistole Steinhäusers abgefeuert worden. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler aus der Auswertung von SMS-Kurznachrichten und einer Tatrekonstruktion.

Nach Angaben der Polizei hatte Steinhäuser rund ein Dutzend Videokassetten mit einer Spieldauer von etwa 50 Stunden besessen. Darauf seien "dunkle, bluttriefende und gewaltverherrlichende Filme" zu sehen, hieß es. Unter anderem seien Detailaufnahmen von der Zerstückelung von Personen sowie von Tötungen und Erschießungen festgestellt worden. Steinhäuser habe zudem mit weiteren Schülern einen Film drehen wollen. Nach dem aufgefundenen Drehbuch ging es dabei ebenfalls um Gewaltdarstellungen, unter anderem das Töten von Menschen durch einen Kopfschuss. Wie es weiter hieß, hat Steinhäuser nach derzeitigem Stand keine SMS versandt, um so andere Personen zu warnen.

Die Polizei prüft nach eigenen Angaben aber weiter Aussagen von Zeugen, die entsprechende SMS-Warnhinweise erhalten haben wollen. Es sei bislang nicht klar, von wem an wen derartige SMS gegangen seien. Die Ermittler halten es für denkbar, dass es sich lediglich um "Warnungen" gehandelt haben könnte, die nach Streitigkeiten unter Schüler versendet wurden.

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