Stellen werden abgebaut
Carl Zeiss rechnet mit Gewinnrückgang

Der Opto-Elektronik-Konzern Carl Zeiss rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2002/03 (zum 30. September) mit einem Gewinnrückgang und will 200 Stellen abbauen.

Reuters FRANKFURT. Der in den vier Monaten bis Ende Januar um neun Prozent geschrumpfte Konzernumsatz solle 2002/03 das Vorjahresniveau von rund 2,26 Milliarden Euro halten, sagte Vorstandssprecher Dieter Kurz am Mittwoch in Frankfurt. Die Erträge blieben im laufenden Geschäftsjahr angesichts des hohen Preisdrucks und ungünstiger Wechselkurse aber voraussichtlich hinter dem Wert des Vorjahres zurück. Zeiss werde mit Kosteneinsparungen und Strukturmaßnahmen darauf reagieren, aber nicht an der Entwicklung von Innovationen sparen. In spartenübergreifenden Funktionen in der Konzernzentrale (korrekt) sollen daher Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Industrielle Messtechnik zieht von Esslingen nach Oberkochen um.

Im Dezember hatte Zeiss noch gehofft, das Ergebnis halten zu können und die Zahl von 14 700 Mitarbeitern konstant zu halten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft zwar auf 151 (2000/01: 128) Millionen Euro gestiegen, der Jahresüberschuss sank wegen einer höheren Steuerquote aber auf 106 von 110 Millionen Euro. Der Umsatz war, um Veränderungen in der Konzernstruktur bereinigt, um sechs Prozent gestiegen und hatte erneut ein Rekordniveau erreicht. Die auf 16 (10) Prozent gestiegene Eigenkapitalquote des Stiftungsunternehmens soll nach dem Willen den Vorstands langfristig auf 30 Prozent wachsen.

Der Auftragseingang stieg zwischen Oktober und Januar noch um zwei Prozent. Wachstumsraten wie in den letzten fünf Jahren - durchschnittlich zwölf Prozent im Jahr - seien in nächster Zeit nicht mehr erreichbar, hieß es. An der Forschung und Entwicklung wolle Carl Zeiss aber nicht sparen, betonte der Vorstand. Dafür soll 2002/03 ähnlich viel ausgegeben werden wie im Jahr zuvor. "Gute Unternehmen nutzen konjunkturelle Schwächeperioden, um gestärkt in die nächste Aufschwungphase zu starten", so Kurz.

In den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres litt Carl Zeiss vor allem unter der Schwäche der Halbleitertechnik. In der Sparte brach der Umsatz um 35 Prozent ein, während der Auftragseingang um acht Prozent zulegte. Mit dem Geschäft mit Ferngläsern und Brillengläsern (minus sechs Prozent) und der Industriellen Messtechnik (minus zehn Prozent) verzeichneten drei der sechs Unternehmensbereiche rückläufige Umsätze.

Die Medizintechnik, (plus sieben Prozent), zu der auch die börsennotierte Tochter Carl Zeiss gehört, die Mikroskopie (plus neun Prozent) und die optisch-elektronischen Systeme (plus drei) - Foto- und Filmkameras sowie Sensoren - wuchsen dagegen im Umsatz weiter. Langfristige Aufträge für Optronik für die Wehrtechnik ließen den Auftragseingang in der Sparte um 36 Prozent steigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%