Stellenabbau geplant
Nortel verbucht Verluste im ersten Quartal

Der Hersteller von Glasfaserausrüstung hat einen Quartalsverlust von 0,12 $ je Aktie ausgewiesen. Zugleich kündigte das Unternehmen an, bis Mitte des Jahres 20 000 Mitarbeiter zu entlassen.

Reuters OTTAWA. Der weltweit führende Hersteller von Glasfaserausrüstung für die Telekombranche, Nortel Networks, hat im ersten Quartal 2001 Verluste verbucht, erfüllte damit aber die Schätzungen der Analysten. Das kanadische Unternehmen teilte nach US-Börsenschluss in Ottawa mit, im Auftaktquartal sei vor Einmalkosten ein Verlust von 385 Mill. $ oder 12 Cents je Aktie verbucht worden, verglichen mit einem Gewinn von 347 Mill. $ oder 12  Cents je Aktie im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust je Aktie in der Höhe gerechnet. Einen Ausblick auf das zweite Quartal und auf das Gesamtjahr legte Nortel nicht vor. Die Aktie verzeichnete nachbörsliche Kursverluste.

Zugleich kündigte Nortel weitere Stellenstreichungen an. Bis Mitte des Jahres plant das Unternehmen nunmehr nach eigenen Angaben 20 000 Mitarbeiter zu entlassen. Ende März hatte es bei Nortel noch geheißen, bis Jahresmitte würden etwa 15 000 Mitarbeiter entlassen werden.

Die Umsätze seien ersten Quartal auf 6,18 Mrd. $ von zuvor 6,32 Mrd. $ im Vorjahreszeitraum zurückgegangen, hieß es weiter. Angesichts einer deutlichen Abschwächung der US-Wirtschaft hätten die Unternehmen ihre Kapitalausgaben heruntergeschraubt, erklärte Nortel-Chef John Roth laut Unternehmensmitteilung. Dies spiegelten die Umsatzzahlen wider. Das kanadische Unternehmen hatte zuvor für das Quartal Erlöse von 6,1 bis 6,2 Mrd. $ prognostiziert. Analysten waren zuletzt im Schnitt von 6,09 Mrd. $ ausgegangen. Einschließlich Einmalkosten und-erträgen habe Nortel einen Nettoverlust von 2,58 Mrd. $ oder 82 Cents je Aktie verbucht.

David Heger, Analyst bei A.G. Edwards and Sons, sagte zu den geplanten Stellenstreichungen, Nortel habe ursprünglich nur von 15 000 Arbeitsplätzen gesprochen. Das zeige, dass Nortel die Dinge sehr negativ einstufe. Paul Sagawa, Analyst bei Sanford C. Bernstein, merkte an, er sei überrascht gewesen, dass Nortel keinen Ausblick vorgelegt habe. "Ich glaube nicht, dass sie (Nortel) eine Idee haben, wann sie da wieder raus sind, meiner Einschätzung nach wird es länger als ein Jahr dauern", sagte Sagawa.

Die Aktie büßte im Anschluss an die Zahlen auf dem Computerhandelssystem Instinet außerbörslich sechs Prozent auf 16,75 $ ein. Zuvor war die Aktie an der Wall Street noch mit einem Kursplus von 2,01 % auf 17,80 $ aus dem Handel gegangen.

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