Stellenabbau möglich
Roche will Kosten im Pharmabereich senken

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will im Pharmabereich Kosten senken und das Geschäft restrukturieren. Zu diesem Zweck werde die Division einer grösseren Revision unterzogen, sagte eine Sprecherin von Roche am Montag.

rtr BASEL. Zu einem möglichen Abbau von 5 000 bis 8 000 Stellen, über den die britische Zeitung "Financial Times" (FT) am Montag berichtete, wollte die Sprecherin nichts sagen. Stellenstreichungen seien jedoch möglich, erklärte sie. Roche werde mehr dazu im Mai oder Juni sagen. Roche beschäftigt weltweit fast 65 000 Menschen, rund 8 700 davon arbeiten in der Schweiz. Der Stellenabbau könnte laut FT den Verkauf, aber auch die Verwaltung und andere Bereiche als Pharma, so etwa die Division Vitamine treffen. Roche kämpft inbesondere im Pharmageschäft, das mit einem Umsatz von 17,7 Mrd. sfr im Jahr 2000 über zwei Drittel zum Gesamtumsatz beitrug, mit einem schwachen, unter dem Branchendurchschnitt liegenden Wachstum. Grund dafür ist unter anderem das Auslaufen von verschiedenen Patenten. Im vergangenen Jahr flachte zudem das Umsatzwachstum beim Schlankheitsmittel Xenical ab. Roche sei unter Druck, weil kurzfristig nicht mit einer Umsatzsteigerung zu rechnen sei, sagte Michael Fischer von Medical Strategy in München. "Die Pipeline von Roche sieht im Moment etwas dünn aus", sagte Fischer. Deshalb müsse das Unternehmen die Kosten reduzieren. Medical Strategy berät Fondsmanager bei Anlagen im Gesundheitsbereich. Am vergangenen Freitag meldete Roche, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA vor der Markteinführung des Medikaments Pegasys zusätzliche Unterlagen zu dem Hepatitis-C-Medikament verlangt habe. Roche gehe zwar davon aus, dass es keine Verzögerung bei der Lancierung geben werde. Auszuschliessen sei dies jedoch nicht. Im ersten Quartal 2001 sank der Pharmaumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um zwei Prozent. Roche beschäftigt in der Division Pharma weltweit 41.400 Personen. Der Roche-Genussschein stieg an der festeren Schweizer Börse bis um 11.00 Uhr MESZ um 1,23 Prozent auf 12.300 sfr. Die Titel verloren seit Jahresbeginn 30 Prozent an Wert und schlossen in den vergangenen zwölf Monaten rund 34 Prozent schlechter ab als der DJ Stoxx Health Care Index.

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