Stellenabbau nicht ausgeschlossen
Siemens stellt sich aufs Ende des Energie-Booms ein

Der Siemens-Konzern will bei seiner ergebnisstärksten Sparte Energieerzeugung (PG) angesichts der abflauenden Nachfrage in den USA Kapazitäten abbauen und schließt auch einen Stellenabbau nicht aus. An seinen operativen Renditezielen hält der Bereich aber auch inklusive der zu erwarteten Restrukturierungskosten fest.

Reuters MÜNCHEN. "Wir sind sicher, bis Ende des Jahres ein klar strukturiertes Programm präsentieren zu können, wie wir Kapazitäten abbauen und die Profitabilität beibehalten", sagte Bereichsleiter Klaus Voges am Montag in München auf einer Analystenkonferenz. "Wir werden im laufenden vierten Quartal Reserven für die nächsten zwölf Monate der Restrukturierung bilden", fügte er hinzu. Die operative Rendite (Ebit-Marge) werde im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 (zum 30. September) aber noch bei über 13 Prozent nach 19,8 Prozent im dritten Quartal liegen. In den kommenden Jahren werde die Marge dann im Zielkorridor von zehn bis 13 Prozent stehen.

Die Sparte Energieerzeugung hatte in den vergangenen Quartalen vor allem vom Boom der Nachfrage nach Gasturbinen in den USA profitiert, muss sich nun aber auf einen Abschwung in diesem Geschäft einstellen. Im abgelaufenen Quartal war PG mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 476 Millionen Euro der größte Ergebnisträger des Siemens-Konzerns gewesen, der Auftragseingang war aber um mehr als die Hälfte eingebrochen. Angesichts des Endes des Gasturbinen-Booms könne er einen Stellenabbau nicht ausschließen, sagte Voges. Derzeit beschäftigt PG weltweit rund 26 800 Mitarbeiter. Im vergangenen und im laufenden Geschäftsjahr hat Siemens bereits den Abbau von rund 30 000 Stellen weltweit angekündigt, vor allem in den krisengeschüttelten Kommunikationssparten.

Voges erläuterte, er wolle die sinkende Nachfrage in dem Geschäft mit Gasturbinen vor allem mit steigenden Umsätzen im Dienstleistungsgeschäft wettmachen. Kleinere Akquisitionen in diesem Bereich würden noch in den nächsten Monaten bekannt gegeben.

Im Geschäftsbereich Energiedistribution (PTD) rechnet Siemens mittelfristig mit einem jährlichen Umsatzwachstum von fünf Prozent. Die Sparte werde das Marktwachstum um etwa einen Prozentpunkt übertreffen, sagte Bereichsvorstand Heinrich Hiesinger auf der Analystenkonferenz. Das Marktwachstum wir auf jährlich vier Prozent geschätzt nach einem Volumen in Höhe von 33 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das Geschäft, das im abgelaufenen dritten Quartal eine operative Rendite von 4,3 Prozent erreicht hatte, werde im vierten Quartal von "ähnlicher Qualität" sein, fügte er hinzu. Im nächsten Geschäftsjahr soll die Sparte eine Ebit-Marge von fünf bis sieben Prozent erzielen.

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