Stellenabbau
Springer-Verlag reduziert Personal um zehn Prozent

Nach einem Ergebniseinbruch durch die Anzeigenflaute und hohe Investitionen will der Axel Springer Verlag seinen strikten Sparkurs nun auch mit einem Stellenabbau durchsetzen.

Reuters HAMBURG. Bis 2003 sollten zehn Prozent der Stellen abgebaut werden, teilte der Verlag am Donnerstag in Hamburg mit. Derzeit seien bei Springer mehr als 14 000 Mitarbeiter beschäftigt. Auch betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, sollten aber vermieden werden. Springer hatte im ersten Halbjahr 2001 einen Rückgang des Konzernüberschusses von mehr als 80 Prozent und des operativen Konzernergebnisses von mehr als 70 Prozent hinnehmen müssen.

Hintergrund der Maßnahmen sei die anhaltend schwierige Konjunkturlage, hieß es bei dem "Bild"-Herausgeber weiter. Nach einer Prüfung der Kostenstrukturen sei ein umfangreiches Rationalisierungsprogramm beschlossen und zum Teil bereits umgesetzt worden. Davon betroffen seien alle Bereiche des Unternehmens. Neben den geplanten Personaleinsparungen werde es auch eine Vielzahl von Maßnahmen zur Reorganisation geben.

"Nur ein rigoroser Sparkurs schafft die Voraussetzungen für unseren zukünftigen unternehmerischen Handlungsspielraum", erklärte der zum Jahresende scheidende Vorstandsvorsitzende August Fischer. "So sichern wir die Grundlagen für Wachstum in unseren Printmärkten und den Multimediamärkten der Zukunft."

Springer hatte durch neue Projekte und Übernahmen seinen Personalstand allein im ersten Halbjahr 2001 um mehr als 1 200 Mitarbeiter aufgestockt. Der Verlag setzte sein im vergangenen Jahr begonnenes Investitionsprogramm fort und investierte im den ersten sechs Monaten 100 Mill. Euro. So sollte die Geschäftsbasis für weiteres Wachstum trotz eines harten Wettbewerbs auf dem Printmarkt und der Konsolidierung der Internet-Branche verbreitert werden, hatte es geheißen.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernüberschuss auf 14 Mill. Euro von 81 Mill. Euro und das operative Konzernergebnis auf 34 Mill. Euro von 127 Mill. Euro. Der Umsatz wuchs gleichzeitig um 2,2 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Springer-Konzern ist mehrheitlich im Besitz der Erben des Verlagsgründers Axel Springer. Die Kirch-Gruppe ist mit gut 40 Prozent zweitgrößter Aktionär der Gesellschaft.

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