Stellenabbau steht an
Neuer Chef bei Viag-Interkom kommt von der Deutschen Telekom

Am 1.Oktober wird Rudolf Gröger, bisher Geschäftsführer der Telekom-Tochter T-Systems, neuer Viag-Interkom-Chef. Er soll die kleinste Mobilfunkfirma in Deutschland aus der finanziellen Krise führen.

and/dri LONDON/BERLIN. Nach wochenlanger Suche hat sich Keith Cornell, Europachef von BT Wireless, der Mobilfunk-Sparte von British Telecom, entschieden: Rudolf Gröger wird Nachfolger von Viag-Interkom-Chef Maximilian Ardelt. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Damit ist die Geschäftsführung des kleinsten Mobilfunknetzbetreibers in Deutschland wieder komplett. Ardelt, seit Gründung der Viag Interkom GmbH&Co. an der Spitze des Unternehmens, hatte seinen Posten im Mai im heftigen Streit mit BT verlassen.

Es ist kein einfacher Job, den Vertriebsprofi Gröger, der bisher als Geschäftsführer der Telekom-Tochter T-Systems internationalen Unternehmen Datenkommunikationsdienste verkauft, am 1. Oktober antritt. Viag Interkom war erst 1998 als vierter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland gestartet und im Jahr 2000 nach Ersteigerung der UMTS-Lizenzen für 16,4 Mrd. DM in eine Schieflage geraten. Im vergangenen Jahr standen dem Schuldenberg ein Umsatz von 3,1 Mrd. DM und ein Verlust von 1,26 Mrd. DM gegenüber. Seit Mitte Februar gehört Viag Interkom vollständig zu BT. Die Briten hatten für 8 Mrd. Euro die Viag-Interkom-Anteile vom Energiekonzern Eon (45 %) und der norwegischen Telenor (10 %) übernommen.

Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt liefern sich die Telekom-Tochter T-Mobil und D2-Vodafone ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit großem Abstand folgen E-Plus mit 14 % und abgeschlagen Viag Interkom mit 7 % Marktanteil. Viag Interkom wolle die Position von E-Plus angreifen, hatte Interims-Chef Cornell noch im Juli angekündigt. Das wird aber kaum zu schaffen sein, denn die Kundenzahl wächst nicht schneller als der Markt.. Deshalb steht ein Stellenabbau an. Viag Interkom besetzt frei werdende Stellen nicht mehr.

Schwierige Situation bei Viag Interkom

Wegen der ausgesprochen schwierigen Situation bei Viag Interkom gerät der Mutterkonzern British Telecom in London zunehmend unter Druck. Die geplante Abspaltung der gesamten Mobilfunksparte BT Wireless werde durch die Probleme der deutschen Tochter erschwert, heißt es. Viag Interkom wird nach Einschätzung von Analysten frühestens im März 2003 die Gewinnzone erreichen. Erneut hat auch die britische Telekom-Gewerkschaft CWU gegen die Abspaltung von BT Wireless mobil gemacht. Nach Zeitungsberichten in London versuchen die Gewerkschafter, große Fonds-Manager zum Veto zu drängen. CWU fürchtet vor allem eine massive Entlassungswelle. BT will mit der Abspaltung seine hohen Schulden weiter verringern. Analysten schätzen den Wert der gesamten Mobilfunksparte auf 15 Mrd.£.

Das Mobilfunkgeschäft ist für den 47-jährigen Diplom-Betriebswirt Gröger ein neues Gebiet. Bevor er 1999 zur Deutschen Telekom AG nach Bonn wechselte, war er lange für Siemens Nixdorf tätig, zuletzt als Sprecher der Geschäftsleitung Deutschland. Vor der Berufung Grögers zum neuen Geschäftsführungsvorsitzenden bei Viag Interkom hatte Cornell die übrigen drei Geschäftsführerposten neu besetzt. Für das Privat- und Geschäftskundengeschäft ist der frühere Finanzgeschäftsführer Joachim Preisig, 38, zuständig. Finanzen und Administration verantwortet Dietrich Beese, 40. Viertes Mitglied der Geschäftsführung ist der für Technik zuständige Karl-Wilhelm Rohrsen.

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