Stellenbörse CeBIT
Verhaltene Stimmung im Job Market

Seit Jahren nutzen Unternehmen die CeBIT, um Nachwuchskräfte zu finden. So bot der Job Market in Halle 10 auch in diesem Jahr eine zentrale Anlaufstelle für Berufseinsteiger und-umsteiger. Rund 100 Personalagenturen, Stellenbörsen und Unternehmen präsentierten ihr Angebot auf über 3300 Quadratmetern. Doch die Flaute in der IT-Branche war deutlich zu spüren.

Zwar herrscht bei zahlreichen Unternehmen nach wie vor Bedarf an qualifizierten Fachkräften; viele freie Standflächen waren aber klares Zeichen dafür, dass weniger Unternehmen die CeBIT zum Personal-Recruiting nutzten als in den Jahren zuvor. Auch der Bewerberandrang hielt sich in Grenzen: "Es ist bedeutend ruhiger als in den letzten Jahren", ist beispielsweise am Stand von DaimlerChrysler Systems zu hören.

Große Unterschiede zeigten sich im Angebot der ausstellenden Unternehmen: Während einige Firmen mit konkreten Stellenausschreibungen auf die CeBIT gereist sind, sind andere im Job Market lediglich präsent. Klar als Trend erkennbar: Die Mehrzahl der Firmen sucht gezielt Fachkräfte für bestimmte Positionen. Vor allem kleine Unternehmen bevorzugen Bewerber mit mehreren Jahren Berufserfahrung.

Unterschiedliche Resonanz bei den Unternehmen

"Wir bieten keine aktuellen Stellen hier auf der Messe an, sondern verweisen auf Stellenanzeigen auf unserer Homepage. Es gibt auch keine konkrete Zahl, wie viele Stellen wir in diesem Jahr im Unternehmen noch besetzen werden", sagt Nensi Keller, Personalsachbearbeiterin bei Alcatel.

Ein anderes Bild zeigt sich am Stand von DB Systems: Große Tafeln und Plakate weisen auf Stellen für IT-Spezialisten und Berater hin. Oliver Bundschuh, Berater im Bereich Unternehmensentwicklung bei DB Systems, ist zufrieden mit dem Bewerberandrang: "Wir wollen auf der CeBIT nicht einfach nur präsent sein, sondern wir sind auf der Suche nach qualifizierten Bewerbern." Mehrere hundert Fragebögen, in denen Profil und Soft Skills abgefragt werden, wurden an Bewerber ausgegeben. "240 Stellen wollen wir in diesem Jahr noch besetzen. Wir hatten einige sehr interessante Bewerber - je zur Hälfte Hochschulabsolventen und Berufserfahrene."

Mit einem großen Paket offener Stellen ist auch Siemens auf die CeBIT gereist. 2.500 Stellen sollen in Deutschland in diesem Jahr noch besetzt werden. "In den letzten zwei Jahren haben wir unsere absolute Hochzahl bei den Einstellungen erreicht, jetzt kehren wir zur Normalität zurück", sagt Regina Friedrich, verantwortliche Personalerin für die Rekrutierung bei Siemens in Deutschland. Mit den Bewerbern auf der CeBIT zeigt sich sehr zufrieden. Rund 70 Prozent seien Hochschulabsolventen oder Young Professionals mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung, die meisten würden sich bewusst bei Siemens bewerben.

Mehr Werbung als Jobangebote

Ein Großteil der Bewerber kommt bereits mit Bewerbungsmappen an die Stände der Unternehmen, in der Hoffnung, das eine oder andere Bewerbungsgespräch führen zu können. Informatikabsolvent Christian Krüger ist mit dem Career-Express zur CeBIT gereist. Bereits im Zug hatte er Gelegenheit, Gespräche mit Personalern zu führen und Bewerbungsunterlagen abzugeben. Den Job Market sieht er als Forum zur Informationsweitergabe und weniger als Bewerbungsmesse: "Die meisten Firmen sind sehr verhalten und verweisen auf die wenigen offenen Stellen. Viele vertrösten die Bewerber und raten, sich erst in ein paar Monaten zu bewerben."

Auch wenn die Konkurrenz in den Gängen groß ist, erhofft sich Krieger Kontakte zu Personalern. Die Enttäuschung über die wenigen angebotenen Stellen ist ihm allerdings deutlich anzumerken: "Im Vorfeld hörte es sich so an, als ob viele Stellen angeboten würden. Jetzt habe ich eher den Eindruck, als wollten viele Unternehmen nur Werbung machen, ohne konkret Jobs anbieten zu können."

Gleiche Erfahrungen machte auch Tina Maßholder: "Viele Unternehmen nehmen gar keine Bewerbungen an. Da fragt man sich schon, warum sie sich überhaupt hier präsentieren, wenn sie keine Jobs zu vergeben haben." Die Absolventin im Bereich International Business und Informationstechnologie hatte sich im Vorfeld der Messe schon einige Unternehmen herausgesucht, die sie sich als zukünftigen Arbeitgeber vorstellen könnte. "An einigen Ständen hatte ich wirklich sehr nette Gespräche und durfte auch meine Unterlagen abgeben. Andere verwiesen mich lediglich auf die Internetseiten zur Online-Bewerbung."

Angebote für Praktikanten

Viele Messebesucher nutzten den Gang durch den Job Market auch, um sich zunächst einmal einen Überblick über den Arbeitsmarkt und die Berufsaussichten im IT-Bereich zu verschaffen. Abiturient Frederik Ferié hörte sich bei Unternehmen um, wie die Chancen für ein Praktikum stehen und wo und wie man sich am besten bewirbt: "Ich bin begeistert, welche Möglichkeiten manche Unternehmen Praktikanten bieten, und es ist super, dass man sich hier mit vielen Personalern unterhalten kann." Auch Anwendungsentwickler Manfred Lindenmaier war nicht aktiv auf Jobsuche: "Mein derzeitiger Vertrag läuft im Sommer aus. Ich wollte einfach mal sehen, was hier angeboten wird. Die richtig großen Unternehmen und auch Nicht-IT-Unternehmen fehlen mir aber. Einige der Aussteller haben sicher Jobs anzubieten, viele machen aber nur Werbung."

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