Stellenplus von 30 Prozent
Neuer Markt ist ein Beschäftigungsmotor

Neue Markt ist zu einer tragenden Säule des Finanzplatzes Deutschland geworden, so Wirtschaftsminister Müller.

Reuters BERLIN. Vom Neuen Markt gehen nach einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erhebliche Beschäftigungswirkungen aus. Bei den heute am Neuen Markt notierten rund 300 Unternehmen seien derzeit etwa 120 000 Menschen beschäftigt, hieß es in der Untersuchung, deren Ergebnisse am Dienstag in Berlin von Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) vorgestellt wurden. Bis Ende 2002 würden es etwa 560 Unternehmen mit insgesamt 277 000 Arbeitskräften sein. Müller bezeichnete den Neuen Markt als "Beschäftigungsmotor", räumte aber ein, dass die Mehrheit der Arbeitslosen nicht von dessen Angeboten profitieren werde.

Am Neuen Markt werden Anteile zumeist kleinerer und mittelgroßer technologieorientierter Unternehmen in Zukunftsbranchen wie etwa Internet und Software gehandelt. Nach Müllers Worten suchen diese Unternehmen überwiegend nach sehr qualifizierten Arbeitnehmern. Solche Kräfte seien in der Regel nicht arbeitslos.

Nach der Studie, die von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellt wurde, sind die Beschäftigten der Unternehmen am Neuen Markt zu etwa je einem Viertel Naturwissenschaftler oder Techniker, Kaufleute, Spezialisten für Informationstechnologie und sonstige Arbeitskräfte. Er rechne damit, dass der Beschäftigungseffekt des Neuen Marktes im Laufe der nächsten fünf Jahre eine Million Jobs ausmachen werde, sagte Berger. Das höchste Beschäftigungswachstum wiesen Internet- und Informatikunternehmen sowie die so genannten Industrial Services auf, hochwertige Zulieferer.

Müller würdigte den Neuen Markt als Angebot, das seit seiner Einführung im Jahr 1997 alle Hoffnungen übertroffen, die Risikobereitschaft in Deutschland gestärkt und die Aktie als Anlageform popularisiert habe. Mittlerweile gebe es in der Bundesrepublik elf Mill. Aktieninhaber. 1998 seien es noch acht Mill. gewesen. Auch jüngste Kursverluste in der so genannten New Economy könnten das positive Gesamtbild nicht trüben. Die Beschäftigungseffekte des Neuen Marktes seien "ziemlich unabhängig von den Kursschwankungen".



Berger warnt vor Verlagerung nach London

Das Börsensegment des Neuen Marktes muss aus Sicht des Unternehmensberatung auch künftig in Deutschland bleiben, um die weitere positive Entwicklung des Neuen Marktes nicht zu gefährden. Dies sei bei einer Verlagerung dieses Börsensegments nach London zu befürchten, warnte Berger in Berlin.

Derzeit sehe die geplante Fusion der Frankfurter und der Londoner Börse zur iX International Exchange zwar keine Verlagerung des Börsensegmentes vor. Aber gerade mit Blick auf die derzeitigen Diskussionen über eine mögliche Vollfusion der iX mit der Nasdaq verstehe er seine Warnungen als Erinnerung daran, sich "an das Vorgesehene zu halten". Die Grundidee einer Zusammenarbeit der Börsen Frankfurt-London mache Sinn. Es sei aber wichtig, das Segment in Deutschland zu halten, "weil für die Unternehmen sonst die Entfernungen zur Kapitalbeschaffungsquelle zu groß" würden, sagte Berger.

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