Stellungnahme zur Klage des Verbandes der US-Musikindustrie
Napster: Herunterladen von Musik aus dem Internet ist legal

Das Internet-Unternehmen hat am Montag Stellung zur Klage des Verbands der US-Musikindustrie genommen. Am 26. Juli soll die erste gerichtliche Anhörung stattfinden.

vwd SAN FRANCISCO. Napster bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, MP3-Musikdateien zu suchen und zu tauschen. Vor Napsters "Peer-to-Peer"-Technologie mußten MP3-Dateien von Websites heruntergeladen werden.

Dabei kam es häufig zu Unterbrechungen durch Überlastung der Web-Server. Bei Napster enthalten die Web-Server nur Verweise auf den Ort, an dem eine MP3-Datei im Netzwerk von tausenden von registrierten Nutzern zu finden ist.

Einem Bericht des Fachinformationsdiensts CNET News, San Francisco, zufolge verwies Napster-Anwalt David Boies in einer Pressekonferenz auf eine Entscheidung eines US-Bundesgerichtes, der zufolge das nicht gewerbliche Kopieren von Musik vom Gesetz geschützt sei.

Solange Napster-Mitglieder durch das Anbieten von Musik kein Geld verdienen, seien keine Urheberrechts-Verstöße vorhanden. Boies sagte weiter, dass die Plattenfirmen durch ihre Urheberrechtsansprüche Wettbewerbs-verzerrend gehandelt hätten. Alternative Kanäle der Musikdistribution seien dadurch blockiert worden. Unter Verweis auf das Beispiel Microsoft Corp, Redmont, argumentierte Boies, dass die Musikindustrie ihre Urheberrechts-Ansprüche verloren hätten.

Zusätzlich betonte das Unternehmen, dass sich nicht nur urheberrechtlich geschützte Musik in seinen Verzeichnissen befinde. Napster sei ein komplett neues Medium für junge und unbekannte Musiker und Musikgruppen um sich Gehör zu verschaffen. Es würden also nicht nur illegale Dienste angeboten. Deswegen verlangt Napster ähnlichen Schutz wie Firmen, die in den 1980-er Jahren Videorecorder produzierten und verkauften. Auch diese boten Produkte an, die teilweise für illegale, aber auch legale, Zwecke benutzt wurden.

Die RIAA verlangt eine einstweilige Verfügung zur Streichung aller urheberrechtlich geschützter Musiktitel aus den Verzeichnissen der Napster-Webserver bis der eigentliche Prozess beginnt. Am 26. Juli soll die erste gerichtliche Anhörung stattfinden.

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