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Stellvertretender IWF-Direktor Fischer tritt zurück

Der stellvertretende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Stanley Fischer, tritt zurück. Fischer werde sein Amt im Laufe des Jahres 2001 aufgeben, teilte der IWF am Dienstag in Washington über seine Website mit.

rtr WASHINGTON. Ein Nachfolger werde in Kürze von IWF-Chef Horst Köhler benannt. Fischer hatte vor allem in der Asienkrise und ihrer Bekämpfung Ende der 90-er Jahre eine wichtige Rolle für den Fonds gespielt. Der 58-jährige Fischer gilt als Kopf hinter einigen der wichtigsten und größten finanziellen Hilfspaketen, die der Fonds in den vergangenen Jahren schnürte.

"Ich habe den Direktor darüber informiert, dass ich als stellvertretender Direktor zurücktrete und den IWF im Laufe des Jahres verlassen werde, sobald ein sanfter Übergang zu meinem Nachfolger möglich ist", sagte Fischer in einem Statement. Er verlasse den Fonds mit dem größten Respekt für die Institution. Nach nahezu sieben Jahren sei es für ihn aber an der Zeit, sich anderen Herausforderungen zu stellen.

Fischer wurde im heutigen Sambia geboren und nahm später die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Als der damalige IWF-Chef Michel Camdessus im vergangenen Jahr sein Amt aufgab, galt Fischer als einer der möglichen Kandidaten für dessen Nachfolge. Nach einem für die Verhältnisse des IWF langwierigen Prozess erhielt dann aber der deutsche Horst Köhler den Zuschlag für das Amt.

Während der Asien-Krise zwischen 1997 und 1999, in deren Verlauf nicht nur asiatische Staaten wie Thailand, sondern unter anderem auch Brasilien und Russland massive Hilfspakete benötigten, galt Fischer beim IWF als eine der zentralen Figuren. Der frühere US-Finanzminister Robert Rubin bezeichnete Fischer einmal als den "unbekannten Helden" der Asienkrise. Fischer kam 1994 zum IWF und war außerdem zwei Jahre lang Chefvolkswirt der Weltbank.

Sein Verhältnis zu IWF-Chef Köhler bezeichnen Fischer nahe stehende Kreise als vom Beginn der Amtszeit Köhlers an nicht übermäßig gut. Köhler teilte dagegen in einem Statement mit, die Zusammenarbeit mit Fischer sei gerade in der für ihn schwierigen Anfangszeit als Chef des IWF ausgezeichnet gewesen. "Stan Fischer ist ein außerordentlicher Volkswirt. Ich habe in meinem ersten Jahr beim Fonds enorm von seinen Ratschlägen profitiert, ebenso wie von seiner Integrität und Menschlichkeit", sagte Köhler weiter.

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