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Stellvertretender polnischer Parlamentspräsident entlassen

dpa WARSCHAU. Der stellvertretende polnische Parlamentspräsident Andrzej Lepper ist am späten Donnerstagabend aus seinem Amt entlassen worden. Die regierenden Sozialdemokraten (SLD) und ihr linker Koalitionspartner "Partei der Arbeit" hatten ihre Entlassungsforderungen ebenso wie die konservativ-liberale "Staatsbürgerliche Plattform" mit Leppers beleidigenden Äußerungen und öffentlichem Betragen begründet.

Für die Entlassung des ebenso streitfreudigen wie umstrittenen Vorsitzenden der radikalen Bauernpartei "Samoobrona" (Selbstverteidigung) stimmten nach zweistündiger Debatte 318 Abgeordnete bei 74 Gegenstimmen und 21 Enthaltungen.

In der vergangenen Woche hatte Lepper den polnischen Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz öffentlich als "Kanaille" bezeichnet. Bereits in der Vergangenheit stand der "Samoobrona"-Chef wiederholt wegen der Beleidigung von Politikern und illegaler Straßen- und Grenzblockaden vor Gericht.

Lepper machte in der abendlichen Debatte den bislang im Parlament vertretenen Regierungs- und Oppositionsparteien heftige Vorwürfe. Sie seien schuld am "Ausverkauf des nationalen Eigentums", unfähig zur Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung und gleichgültig gegenüber gesellschaftlichen Problemen. Mehreren Abgeordneten warf Lepper vor, sie nähmen Schmiergelder an.

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