Stellvertreter übernimmt Redaktionsleitung
Weimer gibt Chefredaktion auf

Der Chefredakteur der Tageszeitungen "Die Welt" und "Berliner Morgenpost", Wolfram Weimer (37), gibt seine Posten auf. Weimer habe den Vorstand des Axel Springer Verlages gebeten, ihn zum Jahresende von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte der Verlag am Mittwoch in Berlin mit.

HB/dpa BERLIN. Sein bisheriger Stellvertreter Jan-Eric Peters (37) werde zum 1. Januar 2003 bis auf weiteres die Redaktionsleitung beider Titel übernehmen.

Weimer wolle sich im kommenden Jahr neuen beruflichen Aufgaben zuwenden. Einzelheiten wurden dabei nicht genannt, er bleibe aber nicht bei Springer, sagte Verlagssprecherin Edda Fels. Weimer habe in der Redaktionskonferenz am Mittwoch seine Entscheidung bekannt gegeben und betont, sein Weggang stehe nicht im Zusammenhang mit Spekulationen über einen Wechsel zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Weimer und die FAZ hatten in den vergangenen Tagen bereits Gerüchte, der 37-Jährige solle als Chefredakteur das Herausgeber-Gremium bei der FAZ ablösen, vehement dementiert.

Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner bedauerte Weimers Weggang und lobte seine federführende Rolle bei der Zusammenlegung der Redaktionen von "Welt" und "Berliner Morgenpost". Es sei gelungen, diese Integration schneller als erwartet abzuschließen. Eine Entscheidung über Weimers Nachfolge solle nun "in aller Ruhe" getroffen werden. Mit Jan-Eric Peters als Chefredakteur und dem ehemaligen ZDF-Intendanten Dieter Stolte als Herausgeber sei die Kontinuität an der Spitze der beiden Blätter gesichert, sagte die Verlagssprecherin weiter.

Peters hat seine Laufbahn beim Münchner "Abendblatt" begonnen und ging danach als stellvertretender Chefredakteur zur "Hamburger Morgenpost". Anschließend leitete er die Zeitschrift "Max". 2001 wurde er Berater des Springer-Zeitungsvorstands, wo er unter anderem das Projekt einer Gratiszeitung betreute.

Weimer war nach Stationen bei der FAZ als Wirtschaftsredakteur und später als Korrespondent in Madrid 1998 zum stellvertretenden Chefredakteur der "Welt" berufen worden. Im November 2000 rückte er als Nachfolger Döpfners zum Chefredakteur auf. Döpfner und Weimer wollten das als konservativ geltende Blatt aus den roten Zahlen holen. Mit neuem Layout und erweiterter Wirtschaftsberichterstattung sollte "Die Welt" für ein jüngeres Publikum geöffnet werden und das publizistische Profil des Springer-Flaggschiffs stärken.

Vor dem Hintergrund der Zeitungskrise entschloss sich Springer im Rahmen eines drastischen Sparpakets die Redaktionen von "Welt" und "Berliner Morgenpost" zusammenzulegen. Gleichzeitig wurde die "Morgenpost" stärker auf die Berliner Lokalberichterstattung ausgerichtet.

Nach einer Steigerung im vergangenen Jahr ging die Auflage der "Welt" (Montag bis Samstag) allerdings im dritten Quartal dieses Jahres um fast 9,5 Prozent auf 238 412 Exemplare im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Auch die "Berliner Morgenpost" musste Verluste hinnehmen. Die verkaufte Auflage fiel im dritten Quartal um 4,2 Prozent auf 151 162.

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