Stephan Barbarino hatte Idee zu "König Ludwig"
Intendant des Ludwig-Musicals gefeuert

Die Gesellschafter des finanziell bedrängten Füssener Musicals über den legendären Bayernkönig Ludwig II. haben den Intendanten Stephan Barbarino von seinem Amt entbunden und eine neue Geschäftsführung eingesetzt.

HB/dpa FÜSSEN. Dies hätten die Eigentümer des Musical Theaters Neuschwanstein mit großer Mehrheit beschlossen, berichtete die ING Leasing Treuhandgesellschaft am Donnerstag, die einen Großteil der Kommanditisten der Ludwig & Co. KG vertritt.

Die meisten Kommanditisten seien mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Musicals seit der Premiere im April 2000 unzufrieden gewesen, hieß es in einer Pressemitteilung der ING Leasing. Außerdem habe die bisherige Geschäftsführung eine Reihe von Pflichtverletzungen begangen.

Für Angaben über die Pressemtteilung hinaus war die ING Leasing zunächst nicht erreichbar.

Barbarino, der die Idee zu dem umjubelten Musical hatte und sich damit einen großen Traum verwirklichte, äußerte Zweifel an der Wirksamkeit der Entscheidung. Er lasse sie juristische überprüfen, sagte er. Er glaube weiter an den Erfolg des Musicals. "Die Idee haben wir verwirklicht und die ganze Welt hat uns gelobt für das Gesamtkunstwerk, das lasse ich mir auch nicht kaputt machen", erklärte der Theatermann.

Das Musical mit einem eigens errichteten Theatergebäude nahe Schloss Neuschwanstein steckt seit einiger Zeit in einer finanziellen Krise. Neben gesunkenen Besucherzahlen machen vor allem millionenschwere Bankkredite zu schaffen, die in den kommenden vier Jahren zurückgezahlt werden sollen. Die neue Geschäftsführung in der eigens gegründeten Ludwig werde die Gespräche über die Finanzlage mit den Banken, dem Freistaat und anderen Beteiligten fortsetzen, erklärte die ING.

Barbarino hatte vor mehr als sieben Jahren die Idee, das Leben des heute noch von vielen verehrten Bayernkönigs (1845-1886) musikalisch darzustellen. Mit der Musik des Komponisten Franz Hummel wird darin die Geschichte des Mannes erzählt, der bayerische Prunkschlösser wie Neuschwanstein und Linderhof erbauen ließ und der im Starnberger See unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Das Musical weckte im Allgäu große Hoffnungen auf einen Tourismus-Boom. Fast eine Million Besucher haben das Stück inzwischen gesehen.

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