Sterbender Postmitarbeiter lieferte entsprechende Hinweise
Möglicherweise gab es zweiten Milzbrand-Brief in Washington

Die Hilferufe eines sterbenden Postmitarbeiters haben die Ermittler in Washington auf die Spur eines möglichen zweiten Milzbrand-Briefes geführt. Thomas Morris hatte wenige Stunden vor seinem Tod im vergangenen Monat mit der Rettungsstelle telefoniert und gesagt, er glaube mit Anthrax infiziert zu sein.

ap WASHINGTON/HANOI. Morris war einer von zwei Postmitarbeitern, die in Washington an Lungen-Milzbrand starben. Bislang waren die Ermittler von nur einem kontaminierten Brief ausgegangen.

Morris gab in dem Telefongespräch an, einer seiner Kollegen habe einen Brief gefunden, der verdächtiges Pulver enthalten habe. Er selbst habe den Umschlag nicht angefasst, habe aber in der Nähe gestanden. "Ich konnte nicht herausfinden, ob es Anthrax war oder nicht", sagte Morris. "Sie sagten mir, das sei nicht der Fall, aber ich glaube diesen Leuten nicht." Die Ermittler begannen am Mittwoch, Kollegen von Morris zu dem Vorfall zu befragen. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, weil die Dokumente der Poststelle in Brentwood nicht zugänglich sind. Sie müssen zunächst desinfiziert werden.

Morris und der zweite gestorbene Postmitarbeiter arbeiteten in Brentwood. Dort wurde auch der Milzbrand-verseuchte Brief an Senator Thomas Daschle bearbeitet. Der Brief war mit Klebeband verschlossen; die Behörden war daher davon ausgegangen, dass der Umschlag keine weiteren Postsendungen kontaminierte. Die Gesundheitsbehörden in Washington erklärten, als bei Morris die ersten Symptome aufgetreten seien, habe niemand an Milzbrand gedacht.

Anthrax-Spuren bei BP in Vietnam

In einer Niederlassung des britischen Mineralölkonzerns BP in Vietnam wurden unterdessen Spuren von Milzbrand entdeckt. Ein Mitarbeiter der Gesundheitsministeriums in Vietnam erklärte am Donnerstag, erste Tests seien positiv ausgefallen, weitere Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Der Manager von BP Petco, John Kilgour, sagte, das Pulver sei am 31. Oktober in einem Konferenzraum des Unternehmens in Ho-Chi-Minh-Stadt gefunden worden. Vorsichtshalber seien die Büros geschlossen worden, 80 Mitarbeiter wurden untersucht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%