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Sternstunde beim Comeback: Bayer demontiert Real

Mit einer Fußball-Sternstunde hat sich Bayer Leverkusen in der Champions League zurückgemeldet.

dpa LEVERKUSEN. Mit einer Fußball-Sternstunde hat sich Bayer Leverkusen in der Champions League zurückgemeldet.

27 Monate nach dem unglücklich verlorenen Finale gegen Real Madrid in Glasgow feierte das Werks-Team ein sensationelles Comeback in der "Königsklasse" und demontierte den spanischen Rekordmeister zum Vorrundenauftakt mit 3:0 (1:0). Jacek Krzynowek (39.), Franca (50.) und Dimitar Berbatow (55.) erzielten die Tore zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg und versetzten 22 500 Zuschauer in der ausverkauften Bayarena in einen Freudentaumel. Nach dem ersten Erfolg gegen Real im sechsten Anlauf kann Bayer der zweiten Aufgabe in der Gruppe B am 28. September bei Dynamo Kiew gelassen entgegensehen.

Vier Tage nach der 0:2-Pleite bei Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 trat die in gleicher Formation beginnende Bayer-Elf wie verwandelt auf. Ohne Respekt vor den großen Namen des Gegners spielte sich das Team unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann phasenweise in einen Rausch und deckte die Abwehrschwächen des Gegners schonungslos auf. Unter der Regie der nicht zu bremsenden Robson Ponte und Krzynowek entfachte Bayer einen Angriffswirbel, dem der 29fache spanische Champion nichts entgegenzusetzen hatte.

"Bayer hat toll gespielt. Es macht Riesenspaß, der Mannschaft zuzusehen", sagte Klinsmann schon zur Pause im Fernsehsender "Premiere". Auch Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser war begeistert: "Das ist ein überragendes Spiel unserer Mannschaft, die eine ungeheure Laufbereitschaft zeigt."

Während sich Bayer als spielstarke Einheit präsentierte, fand die mit zwei dürftigen 1:0-Siegen in die spanische Saison gestartete Weltauswahl von Jose Antonio Camacho auch in Leverkusen nie zu ihrem Rhythmus. Das wohl teuerste Kreativzentrum Europas mit Zinedine Zidane und Luis Figo konnte den Aktionen Reals nicht seinen Stempel aufdrücken. Ihre beste Szene hatten die Madrilenen, als Juan eine Flanke nicht unter Kontrolle bekam und Ronaldo den Ball aus kurzer Distanz gegen die Latte jagte (26.). Nach der Pause wurden bezeichnenderweise Zidane, Figo und Ronaldo aus der Partie genommen.

Die Elf von Klaus Augenthaler zeigte den "Königlichen" von der ersten Minute an, wer Herr in der Bayarena ist. Nach nur 45 Sekunden musste Real-Keeper Iker Casillas bei einem Kopfball von Paul Freier erstmals eingreifen. Wenig später stand der Pfosten der schnellen Bayer-Führung im Wege, als Dimitar Berbatow (5.) einen Schuss von Freier in Richtung Tor abfälschte. Nachdem der Brasilianer Franca (25./34./35.) drei Mal in aussichtsreicher Schussposition gescheitert war, machte es Krzynowek besser.

Im Anschluss an eine zu kurz abgewehrten Ecke von Ponte nahm der Pole aus 25 Metern Maß und traf dank der Mithilfe von Casillas, von dessen Arm der vom Pfosten zurückprallende Ball ins Netz flog, ins Schwarze. Mit dem gleichen Elan startete das Werks-Team in die zweiten 45 Minuten. Fünf Minuten nach Wiederbeginn wurde Franca für seine unermüdliche Arbeit im Sturmzentrum belohnt, als er Casillas aus 16 Metern überwand. Weitere fünf Minuten später war das Debakel für die "Königlichen" besiegelt. Berbatow traf aus kurzer Distanz zum 3:0.

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