Steueraspekte bei Fremdwährungsanlagen
Gewinn ist nicht gleich Gewinn

Wenn Anleger Gewinne machen, ist das Finanzamt nicht weit. Das gilt auch bei möglichen Erträgen aus Fremdwährungskonten.

nac DÜSSELDORF. Generell unterscheidet der Fiskus hier zwischen zwei Renditekomponenten: dem Zinsertrag und dem Wechselkursgewinn.

Ein Beispiel: Ein Anleger legt sein Geld am 5.2.2001 auf einem Fremdwährungskonto an. Der Zinssatz liegt bei fünf Prozent, also über den heimischen Angeboten. Am 4.3.2002 zieht er sein Kapital wieder ab. Aus seinem anfänglichem Einsatz von 10 000 Euro hat er 15 000 Euro gemacht. Bei fünf Prozent Zinsen liegt sein Zinsgewinn also bei 500 Euro, der Kursgewinn bei 4 500 Euro.

Die Zinserträge versteuert der Anleger genauso wie bei einer Anlage in Euro. In der Einkommensteuererklärung fallen sie unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen. Wie hoch die Steuerlast auf die Zinsen ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Alle Erträge aus Kapitalvermögen (also Dividenden, Zinsen, Fondsausschüttungen) werden für das Steuerjahr zusammengezogen. Steuerfrei sind Erträge bis zu einer Summe von 1 601 Euro für Ledige und 3 202 Euro für Verheiratete. Was darüber hinaus geht, muss mit dem Staat geteilt werden. Wie viel der Fiskus bekommt, hängt vom persönlichen Steuersatz des Investors ab. Hat der Anleger im vorliegenden Beispiel insgesamt nur 500 Euro Zinseinnahmen, geht das Finanzamt hier leer aus.

Anders ist das mit dem Kursgewinn von 4 500 Euro. Ihn behandelt das Finanzamt genau wie den Profit, den der Anleger aus der Spekulation mit Aktien und anderen Wertpapieren erzielt hat. In der Fachsprache heißt das "privates Veräußerungsgeschäft". Hierbei gibt es keinen Freibetrag. Steuerlich relevant ist allein der Zeitraum zwischen Kauf und Veräußerung. Wer beispielsweise eine Fremdwährung innerhalb eines Jahres ge- und wieder verkauft hat, muss entstandene Kursgewinne oder Verluste in seiner Steuererklärung aufführen. Anleger, die ihrer Investition länger als ein Jahr treu bleiben, brauchen hingegen nicht mit dem Staat zu teilen.

Freibeträge und Freigrenzen

Genau dies ist im Beispiel der Fall. Zwischen Kauf und Verkauf der Fremdwährung lag mehr als ein Jahr. Der Anleger hat die 4 500 Euro Kursgewinn für sich allein.

Anders als bei den Einkünften aus Kapitalvermögen gibt es bei privaten Veräußerungsgeschäften keinen Freibetrag, sondern eine Freigrenze. Der Unterschied ist nicht nur sprachlicher Natur: Wer bei Spekulationsgewinnen unterhalb der Freigrenze von 512 Euro bleibt, muss den Kursgewinn nicht versteuern. Wird dagegen diese Grenze erreicht oder überschritten, sind die Erträge ab dem ersten Cent steuerpflichtig. Wer bei Zinserträgen oberhalb der Freigrenze liegt, muss nur den darüber hinausgehenden Betrag versteuern.

Fallen Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften an, können diese mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Nicht möglich ist allerdings eine Verrechnung mit anderen Einkunftsarten, wie zum Beispiel dem Gehalt. Übersteigen die Verluste die Gewinne aus Spekulationsgeschäften, können die Verluste mit im nächsten Jahr eventuell anfallenden Gewinnen verrechnet werden. Fachleute sprechen von einem Verlustvortrag.

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