Steuererklärungen: Nur zwei Prozent werden intensiv geprüft
Was das Finanzamt alles über Sie weiß

Bundesbürger mit einem Jahreseinkommen von weniger als 75 000 Euro haben gute Chancen, dass ihre Steuererklärung keiner intensiven Kontrolle unterzogen wird.

Millionen Bundesbürger brüten gerade über ihrer Steuererklärung. Am 31. Mai ist Stichtag. Alle, die keinen Steuerberater haben, müssen dann ihre Steuererkärung abgegeben haben. Sonst droht ein Strafgeld. Manchem kribbelt es in den Fingern, sich noch ein paar unzulässige Steuervorteile zu sichern: Der private Restaurantbesuch wird als Geschäftsessen deklariert, der Nebenjob ebenso verschwiegen wie der Gewinn aus Aktienverkäufen.

Sobald die Steuererklärung im Briefkasten verschwunden ist, stellt sich aber bang die Frage: Wie detailliert prüft das Finanzamt? Fliegt eine Mogelei auf? Die Beamten sind im Stress, im Schnitt prüft jeder jährlich 2 400 Steuererklärungen, das sind zehn am Tag. Da rutschen Missetaten durch.

Wenn aber ein Finanzbeamter eine Erklärung intensiv bearbeitet, schrecken Steuerzahler auf: Die Befugnisse der Beamten gehen weiter, als manch einem lieb ist. Privatsphäre gibt es nicht. Die Beamten können sich ohne einen Verdacht auf Steuerhinterziehung Informationen über Konten und Depots verschaffen. Immobiliengeschäfte sind für sie kein Geheimnis, sie sind im Bilde über alle Verkäufe, Käufe und Schenkungen.

Wie die Finanzverwaltungen verschiedener Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Bayern der WirtschaftsWoche bestätigten, werden in diesem Jahr tatsächlich nur zwei Prozent aller Steuererklärungen in dieser Einkommensklasse einer Intensivprüfung unterzogen. Als Intensivprüfung gilt eine Kontrolle durch zwei Finanzbeamte. Die Regel ist eine reine Plausibilitätsprüfung. Bei Einkommen von mehr als 200 000 Euro werden dagegen 70 Prozent der Unterlagen im Intensivverfahren überprüft. Ein Computer entscheidet nach Zufallsprinzip über die Betroffenen. In diesen Fällen werden die Daten aus der Einkommensteuererklärung nicht nur von einem Sachbearbeiter kontrolliert, sondern auch von einem Vorgesetzen.

Lesen Sie, was das Finanzamt über Sie im Detail alles weiß unter www.wiwo.de.

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