Steuergestaltung beim Grundstückskauf
Steuern: Vertrags-Splitting spart Grunderwerbsteuer

Auch beim Kauf einen Grundstückes lässt sich Geld sparen. Wie das geht und welche Vorraussetzungen dafür erfüllt sein müssen erfahren Sie in diesem Artikel.

HANDELSBLATT. Beim Kaufpreis eines Grundstücks fällt eine Grunderwerbsteuer von 3,5 % auf den Kaufpreis und die sonstigen Nebenleistungen an, übrigens zusätzlich zur Umsatzsteuer. Zur Vermeidung dieser Steuer werden in der Praxis deshalb häufig Kaufverträge gesplittet, beispielsweise in einen Vertrag über die Übereignung des Hauses oder die Eigentumswohnung und in einen Schuldvertrag über die etwaige Sanierung des Grundstücks. Das Finanzgericht München erläutert jetzt in einem Urteil, unter welchen Bedingungen ein solches Splitting von der Rechtsprechung anerkannt wird (Az.: 4 K 2974/00, Rev. eingelegt, Az. des BFH: II R 29/01).

Danach unterliegt nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) auch die Gegenleistung für die Zusatzverträge, z.B. für einen Vertrag über die Sanierung, Modernisierung, Erweiterung oder Finanzierung eines Grundstücks, der Grunderwerbsteuer, wenn es sich um Verträge handelt, die mit dem Kaufvertrag über das Grundstück "verbunden" sind. Das ist immer dann der Fall, wenn ein objektiv-sachlicher Zusammenhang zwischen einem Grundstücksvertrag und einem Gebäudeerrichtungsvertrag vorliegt, der zu einem einheitlichen Vertragswerk führen kann - wenn also dem Erwerber auf Grund einer bis zur annähernden Bauplanung gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Gebäude auf einem bestimmten Grundstück zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis angeboten wird und er dieses Angebot als Einheit annimmt oder annehmen muss.

Dabei ist in den Fällen, in denen auf der Veräußererseite mehrere untereinander nicht verbundene Personen auftreten, solch ein enger sachlicher Zusammenhang nur dann anzunehmen, wenn diese Personen auf Grund einer vertraglichen Abrede bei der Veräußerung zusammenarbeiten und durch abgestimmtes Verhalten auf den Abschluss aller Verträge hinwirken (BFH-Urteil vom 28.5.1998, Az.: II R 66/96). Es muss also ein zielgerichtetes Verhalten dieser Personen nachweisbar sein, welches darauf gerichtet ist, dass der Erwerber das Grundstück in einem fertigen bzw. sanierten Zustand erhält.

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