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Steuern: Mindestbesteuerung

Im Steuerrecht wird anders gesteigert: kompliziert, komplizierter, Mindestbesteuerung. Eben diese Mindestbesteuerung nach § 2 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) muss im Auge behalten, wer Spekulationsverluste aus Finanzinnovationen geltend machen will. Denn anders als die Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23 EStG) können Verluste aus Finanzinnovationen auch mit positiven Einkünften in einer anderen Einkunftsart verrechnet werden. Dies können beispielsweise Mieteinkünfte oder Arbeitnehmereinkünfte sein.

Noch einigermaßen überschaubar ist die Regelung für Ledige: Zunächst werden positive und negative Einkünfte in jeder Einkunftsart saldiert. Ergibt sich daraus, dass die Verluste aus einer Finanzinnovation andere positive Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG), etwa Zinsen und Dividenden, übersteigen, können diese Verluste mit positiven Einkünften in anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Dies geht in einem ersten Schritt bis zu einem Verlust von 100 000 DM. Sind die Verluste noch höher, können mit den darüber hinaus gehenden Verlusten die positiven anderen Einkünfte maximal halbiert werden. Die Verluste werden wiederum so verteilt, wie es dem Verhältnis der positiven Einkünfte zueinander entspricht.

Ein Beispiel: Wenn ein Anleger 100 000 DM Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit und 50 000 DM Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat und 60 000 DM Verluste aus Kapitalvermögen verrechnen möchte, dann reduziert er damit seine Lohneinkünfte um 40 000 auf 60 000 DM und seine Mieteinkünfte um 20 000 auf 30 000 DM.

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