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Steuern - und weg!

Die deutsche Steuerpolitik belastet nicht nur die Unternehmen, sie treibt auch die Hochqualifizierten ins Ausland. Das hat langfristige Folgen für unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Deutschland, einig Hochsteuerland. In den Debatten dieses Reformwinters werden oft genug nur Einzelfragen unter die Lupe genommen, selten aber ganze Wirkungsketten. Eine solche Wirkungskette lässt sich beim Thema Steuern beobachten. Hohe Steuern und Abgaben belasten nicht nur die Netto-Gewinne der Unternehmen. Sie benachteiligen sie auch im Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeiter.

Grund: Hohe Abgaben belasten eben nicht nur Unternehmen, sondern auch private Haushalte. Daher müssen die Firmen in Deutschland mehr für ihre Fachkräfte bezahlen, um die international üblichen Netto-Gehälter zu erreichen. Die Unterschiede sind beträchtlich, wie eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) belegt. Während Firmen in Deutschland fast 200000 Euro für ein Nettogehalt von 100000 Euro aufwenden müssen, sind es in der Schweiz gerade einmal 130000 Euro.

Diese Zahlen belegen, wie unattraktiv der Standort D für Hochbegabte und Hochqualifizierte ist. Die Konsequenz liegt auf der Hand und ist in den Statistiken nachzulesen: Jahr für Jahr wandern rund 100000 Deutsche aus - weil sie sich anderswo größere Chancen, ein besseres Arbeitsumfeld und ein höheres Netto-Einkommen versprechen. Das wird die Innovationskraft des Standortes langfristig weiter schwächen - und damit die Wettbewerbsfähigkeit.

Die Vertreibung der Elite der Wissenden aus unserem Land darf nicht das Motto der deutschen Steuerpolitik sein. Im Gegenteil: Sie muss Leistungsträger belohnen und sie darin bestärken im Lande zu bleiben - und Steuern zu zahlen. Die müssen dann aber internationalen Vergleichen standhalten.

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