Steuerschätzung Anfang November ist maßgeblich
Eichel steht zu seinen Vorhersagen

Nach der vom IWF vorgenommenen Korrektur für das deutsche Wirtschaftswachstum 2003 nach unten zieht Bundesfinanzminister Eichel zunächst keine Konsequenzen.

HB DUBAI. Eichel sieht auch nach der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgenommenen Abwärtsrevision für das deutsche Wachstum 2003 zunächst keinen Anlass zur Revision der entsprechenden Regierungsprognose. "Die Bundesregierung wird ihre Zahlen für dieses und nächstes Jahr mit der Steuerschätzung Anfang November auf den Tisch legen, wenn es neue Zahlen gibt", kündigte Eichel am Samstag am Rande eines Pressefrühstücks anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Dubai an.

Eichel kritisierte aber die Analyse des IWF-Chefvolkswirts Kenneth Rogoff zur deutschen Wirtschaftslage und wies darauf hin, dass Wirtschaftsforscher sich bereits optimistischer zeigten als der IWF, der 2003 Stagnation erwartet.

Mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel hätten zwei nicht für optimistische Prognosen bekannte Institute gesagt, "dass wir aus der technischen Rezession im zweiten Quartal heraus sind und im dritten Quartal wieder Wachstum haben ", unterstrich Eichel. Er selbst mache sich jedoch weder diese Prognosen noch die pessimistischeren des IWF zu eigen. Die Bundesregierung erwartet offiziell ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3/4 Prozent in diesem Jahr und zwei Prozent im kommenden.

Eichel meinte, bei der von Rogoff in Dubai vorgenommenen Bewertung komme der Teil der in Deutschland eingeleiteten und geplanten Reformschritte "zu kurz", während er vom Geschäftsführenden IWF-Direktor Horst Köhler "richtiger angesprochen" worden sei. Der Finanzminister hob die Bedeutung nachhaltigen Wachstums hervor, in Deutschland stehe aber derzeit nicht so sehr die Frage der Nachhaltigkeit als die des Wachstums im Vordergrund. "In Europa haben wir nicht das Problem mangelnder Stabilität, das Problem ist, wie wir vor diesem Hintergrund das Wachstum in Gang bringen", hob er hervor. Bevor Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt treten könne, müsse erst einmal Wachstum erzielt werden.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, stimmte dem ausdrücklich zu. "Ich sehe da keinen Gegensatz", sagte Welteke in Dubai. "Wir brauchen nachhaltiges, inflationsfreies Wachstum."

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