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Steuervorteile bei Lebensversicherungen

Lebensversicherungen werden steuerlich nach wie vor enorm bevorzugt. Einmal sind die Erträge der Lebensversicherung steuerfrei - der Versicherte kassiert sie netto wie brutto. Darüber freuen sich vor allem diejenigen, die mit ihren jährlichen Zinseinkünften die Grenzen von 3000 DM (Ledige) bzw. 6000 DM (gemeinsam veranlagte Verheiratete) überschreiten.

DÜSSELDORF. Ganz glatt auf geht die Rechnung nur bei der klassischen Kapitallebensversicherung mit Auszahlung der angesparten Prämien und Erträge in einer Summe am Ende der Laufzeit. Bei der Rentenversicherung hingegen wird der sogenannte Ertragsanteil besteuert.

Grob geschätzt ist dies der Anteil der Rente, der aus Kapitalerträgen stammt. Dies regelt § 22 Einkommensteuergesetz (EStG). Der Ertragsanteil wird nach dem Alter bei Antritt der Rente bemessen. Bei Leuten, die mit 60 in Ruhestand gehen, beträgt er 32 %, im Ruhestandsalter von 65 Jahren sind es nur noch 27 %. Wer die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung wieder als Rente anlegt, muß den Ertragsanteil der Rentenzahlungen ebenfalls versteuern.

Zusätzlich lassen sich die Beiträge zur Lebensversicherung als Sonderausgaben im Rahmen der sogenannten Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen (Die Sonderausgaben .). Diese Möglichkeit ist jedoch eingeschränkt und nützt den meisten Arbeitnehmer nicht. Sehr interessant ist der Abzug aber für Selbständige. Er gilt nicht für fondsgebundene Lebensversicherungen.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt den steuerlichen Hebel. Eine steuerfreie Verzinsung von 5 % entspricht bei einem Grenzsteuersatz von 35 % einer zu versteuernden Verzinsung von 7,7 %. Denn würden von 7,7 % Zinsertrag 35 % Steuern abgezogen, blieben netto nur 5 % übrig. Der Grenzsteuersatz gilt für die Spitze des zu versteuernden Einkommens (beim Steuerberater erfragen). Gut 7,7 % Rendite sind nicht schlecht. Aktienfonds - bei denen nur ein Teil der Erträge steuerfrei ist - bieten zwar oft höhere Renditen, allerdings um den Preis eines höheren Risikos; außerdem beinhalten sie keinen Versicherungsschutz.

Wenn auch die Versicherungsbeiträge von der Steuer abgesetzt werden können, wird die Rechnung noch günstiger. In diesem Beispiel "spart" der Anleger in jedem Jahr 35 % der Beiträge. Denn er zieht sie zu 100 % vom Einkommen ab und spart die Steuer darauf, zahlt also effektiv nur 65 %. Und 5 % Rendite entsprechen auf eine Basis von 65 % umgerechnet wieder 7,7 %, vor Steuern entspricht das sogar 11,8 %.

Was läßt sich daraus für die Vermögensplanung ableiten? Wer Beiträge zur Lebensversicherung absetzen kann (Selbständige), sollte diese Möglichkeit auf jeden Fall ausschöpfen. Der doppelte Steuervorteil ist unschlagbar und daher auch für renditehungrige, risikofreudige Anleger interessant.

Alle Steuervorteile greifen nur, wenn: der Vertrag mindestens 12 Jahre lang läuft, mindestens fünf Jahre lang Beiträge bezahlt werden, beim Tod der versicherten Person mindestens 60 % der Versicherungssumme ausbezahlt werden.

Änderungen der Vertragsbedingungen werden nicht als Laufzeitunterbrechung gewertet. Wer seinen Vertrag aufstockt, für den läuft in alter Beitragshöhe die Zwölfjahresfrist weiter - nur für den Erhöhungsbetrag beginnt die Frist neu.

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