Steuerzahler wieder Investor wider Willen
LTU: Mögliche Konkurrenz-Beschwerden sind unbegründet

Die Fluggesellschaft LTU sieht ihren Rettungsplan durch eventuell drohende Beschwerden der Konkurrenz gegen die geplante Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen nicht gefährdet. Das Land habe sicher vor Zusage der Bürgschaft geprüft, ob diese Unterstützung mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar sei, sagte ein LTU-Sprecher am Montag in Düsseldorf.

Reuters Düsseldorf. Er kommentierte damit Zeitungsberichte vom Montag, nach denen unter anderem die Lufthansa eine Beschwerde gegen die Bürgschaft plane. Die Landesbürgschaft ist Bestandteil des Rettungsplans für den finanziell angeschlagenen Ferienflieger.

Die Kritik der Konkurrenz, mit der Bürgschaft werde ein Unternehmen begünstigt, das für die am deutschen Touristik-Markt bestehenden Überkapazitäten mitverantwortlich ist, sei unbegründet, sagte der LTU-Sprecher weiter. Anders als die Wettbewerber habe die LTU in den zurück liegenden Monaten die Kapazitäten nicht aufgestockt, sondern um rund ein Viertel reduziert. Bei der Lufthansa war zunächst keine Stellungnahme zum Thema LTU zu erhalten.

Das Rettungspaket für die LTU ist dem Sprecher zufolge nicht befristet. Er widersprach damit Medienberichten, wonach die zugesagten Hilfen nur geleistet würden, wenn innerhalb eines halben Jahres ein neuer Großinvestor gefunden werde. Nach einem Spitzengespräch von LTU, der Landesregierung und Banken war am Samstag vereinbart worden, dass die Stadtsparkasse Düsseldorf den 49,9-prozentigen Anteil der Swissair für ein halbes Jahr treuhänderisch übernehme. In dieser Zeit soll ein neuer Investor gefunden werden. Vereinbart wurde auch, dass der zweitgrößte Anteilseigener, die Kölner Handelskette Rewe, der LTU Kapital zuschließt. In Branchenkreisen ist außerdem von einem weiteren großen Kredit die Rede, der von der Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB) zugesagt worden sein soll.

Über den Preis, zu dem die Stadtsparkasse der Swissair das LTU-Paket abkaufen will, wurde auch am Montag nichts bekannt. In dem Unternehmen nahestehenden Kreisen hieß es, er könne angesichts der erheblichen Verpflichtungen der Swissair gegenüber der LTU, die sie nun nicht mehr zu erfüllen brauche, nicht sehr hoch sein. Das "Handelsblatt" hatte in seiner Montagsausgabe berichtet, das Eigentum an den 49,9 % an LTU solle für einen symbolischen Euro auf die Stadtsparkasse Düsseldorf wechseln. Die inzwischen unter Gläubigerschutz stehende Swissair hatte sich verpflichtet, die Sanierung der Verluste schreibenden LTU mitzufinanzieren. Durch den Antrag auf Gläubigerschutz der Swissair waren die finanziellen Probleme LTU ausgelöst worden, die Kreisen zufolge in Kürze die Zahlungsunfähigkeit gebracht hätten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%