Steve Ballmer setzt auf Ron Sommer als Türöffner für Mobilfunk
Microsoft kooperiert mit Deutscher Telekom

Nach dem Arbeitsplatz will Microsoft nun auch den Kommunikationsmarkt Mobilfunk und die Vernetzung von privaten Haushalten als neue Einnahmequelle erschließen. Dafür braucht das mächtige Softwarehaus Partner - in Deutschland ist der Konzern nun fündig geworden.

ruk/dri HANNOVER. Der US-Software-Riese Microsoft hat die Deutsche Telekom AG als Partner für seine Pläne gewonnen, mit Softwareprogrammen bei mobilen Datendiensten eine wichtige Rolle zu spielen. Eine entsprechende Kooperation kündigten Microsoft-Chef Steve Ballmer und Telekom-Boss Ron Sommer an. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die gemeinsame Entwicklung von Software. Mit ihr sollen Mobilfunkkunden über das Handy Zugriff auf ihre normalen PC-Büroanwendungen erhalten.

Zudem wollen die Telekom und das deutsche Softwareunternehmen SAP künftig Microsofts Web Services, die unter dem Namen Dot.Net vermarktet werden, in ihre Systeme integrieren. Web Services sind Programme, die zum Beispiel Terminkalender von Gesprächspartnern aus verschiedenen Firmen automatisch koordinieren können.

Ballmer hat damit in Deutschland zwei Vorzeigepartner für seine ehrgeizigen Zukunftspläne gewonnen, bei denen Software als Dienstleistung im Mittelpunkt steht. Sommer bestätigte auf Nachfrage des Handelsblatts, dass damit keine Entscheidung für eine ausschließliche Nutzung von Microsofts Server-Software oder gegen vergleichbare Konkurrenzprodukte wie Websphere von IBM, Weblogic von BEA und iPlanet von Sun Microsystems verbunden sei.

Für Mobilfunknutzer soll noch im Sommer 2002 ein gemeinsam von T-Mobile und Microsoft entwickeltes Mobil-Portal auf den Markt kommen. Damit sollen Geschäftskunden über Mobilgeräte wie Laptop, Handy oder PDA-Taschencomputer auf die internen Netze ihrer Firmen zugreifen und beispielsweise E-Mails abrufen können. Sommer sieht in diesem geplanten Angebot einen wichtigen Schritt in Richtung der UMTS-Dienste.

T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke erläuterte, der Telekom komme es darauf an, dass die Betriebssoftware für mobile Endgeräte so entwickelt wird, dass sie den Anforderungen eines Mobilfunknetzbetreibers nachkomme. Zudem will Ricke Geschäftskunden garantieren, dass sie mobil fehlerfrei auf ihre PC zugreifen können. Drittes Ziel sei ein mobiler Internetzugang für T-Mobile-Kunden, die gleichzeitig T-Online-Kunden sind. "Wir reden mit allen Geräte- und Softwareherstellern über das Erreichen dieser Ziele", so Ricke. Wie das Handelsblatt zudem aus Unternehmenskreisen erfuhr, verhandelt die Telekom auch mit Palm Inc. Ricke betonte, er hätte nichts dagegen, wenn Konkurrenten wie Vodafone ähnliche Kooperationen abschlössen. "Es geht darum, offene standardisierte Schnittstellen für mobile Datendienste zu schaffen, damit sich der Markt entwickeln kann", sagte Ricke.

Branchenbeobachter schätzen die Bedeutung der Kooperation für Microsoft als hoch ein. Mit der Deutschen Telekom hat Ballmer einen wichtigen Partner für seine Pläne gewonnen, neben dem Arbeitsplatz-PC auch den Mobilfunk zu erobern. Die Markteinführung von kommunikationsfähigen Taschencomputern, wie den XDA-Pocket-PC von MMO2 und das Modell Pocket Loox von Fujitsu Siemens, wertete Ballmer als jüngste Pluspunkte für Microsofts Pocket-PC-Software. Microsoft hatte erst jüngst die entsprechende Softwareerweiterung Pocket PC 2002 Phone Edition vorgestellt, mit deren Hilfe aus digitalen Assistenten Mobilfunktelefone werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%