Stevens Bilanz gegen Dortmund macht Berlinern Mut
Beim BVB geht Angst vor Fehlstart um

Der Auftakt soll zum Fußballfest werden, doch vor dem ersten offiziellen Saison-Eröffnungsspiel der Bundesliga-Historie geht bei Borussia Dortmund die Angst vor dem Fehlstart um. Während Liga-Pokal-Sieger Hertha BSC Berlin mit Selbstbewusstsein und voller Hoffnung auf das Ende der 30-jährigen Durststrecke ins Westfalenstadion reist, ist die Stimmung beim Titelverteidiger vor dem mit Spannung erwarteten Startschuss der 40. Saison am Freitag (20.00 Uhr/live in Sat1) von Nervosität geprägt.

HB DORTMUND/BERLIN. "Einige können nicht mit dem Titel umgehen", wetterte Meister- Trainer Matthias Sammer, der nach schwacher Vorbereitung einen weiteren Rückschlag verkraften musste. Lars Ricken komplettiert mit einer Oberschenkelverletzung das ohnehin mit Torschützenkönig Marcio Amoroso, Christian Wörns, Giuseppe Reina und Heiko Herrlich gut gefüllte Krankenlager. "Ich bin natürlich hoch erfreut", kommentierte Sammer die Hiobsbotschaft zunächst süffisant, um dann seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen: "Es ist zum Kotzen."

Doch nicht nur die Personalmisere bereitet Sammer Kopfzerbrechen. Der 34 Jahre alte Perfektionist sorgt sich vor allem um die Einstellung einiger Profis. Vorläufiger Höhepunkt war die desolate Vorstellung beim 1:2 im Test beim Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen am Samstag. Danach faltete der Rotschopf seine Elf kräftig zusammen. "Da haben sie etwas zu hören bekommen, mit dem sie nicht mehr gerechnet hatten", so Sammer, der "nichts Positives" und "null Engagement" gesehen hatte. Selbst Kapitän Stefan Reuter merkte 97 Tage nach dem Titelgewinn kritisch an: "Manche scheinen noch nicht begriffen zu haben, dass die Meisterschaft kein Selbstläufer wird." Und Manager Michael Meier warnte: "Wir werden vom Jäger zum Gejagten."

Trotz einer miserablen Bilanz - der letzte Sieg in Dortmund gelang im März 1972 - gehen die Berliner die Aufgabe gelassener an. Gestärkt durch das 2:1 im Liga-Pokal-Halbfinale gegen den BVB und den anschließenden Gewinn der Trophäe fühlt sich die Elf gut gerüstet. Die Arbeit des neuen Trainers Huub Stevens trägt erste Früchte, die gute Frühform wird in der Hauptstadt aber nicht überbewertet. "Vorbereitung und Bundesliga sind zwei paar Schuhe", warnte Manager Dieter Hoeneß vor einem Absturz wie im Vorjahr, als der "Geheimfavorit", ebenfalls nach dem Gewinn des Liga-Pokals, mit fünf Punkten aus den ersten fünf Ligaspielen früh wichtigen Boden verlor.

Mut macht die gute Bilanz von Stevens gegen die Borussen. Der Niederländer blieb seit dem 0:3 mit Schalke im November 1998 in zehn Pflichtspielen gegen den BVB unbesiegt und will die Serie fortsetzen. "Es ist ein Gerücht, dass wir Stevens verpflichtet haben, um in Dortmund mal zu gewinnen", so Hoeneß, der schmunzelnd hinzufügte: "Es ist eine große Ehre, als Gast hier dabei sein zu dürfen. Aber in den nächsten Jahren wollen wir Gastgeber sein." Doch auch Hertha ist nicht frei von Sorgen. Der brasilianische Weltmeister Luizao hat noch Trainingsrückstand. Definitiv fallen Marko Rehmer, Stefan Beinlich, Dick van Burik, Denis Lapaczinski und Jolly Sverrisson aus. Zudem sind Torjäger Alex Alves und Thorben Marx noch fraglich.

Nach dem Willen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und der erstmals gemeinsam live übertragenden TV-Sender Premiere und SAT.1 soll das Spiel in der mit 68 600 Fans vermutlich ausverkauften Arena zur rauschenden Party werden. Liga-Präsident Werner Hackmann will sich vor Anpfiff bei DFB-Teamchef Rudi Völler und Bundestrainer Michael Skibbe für den Final-Einzug bei der WM bedanken. Zudem wird Hackmann gemeinsam mit BVB-Präsident Gerd Niebaum die Meisterschale ins Stadion tragen, begleitet von 18 Kindern mit den Fahnen der 18 Clubs.

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