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Steves Grabrede

Auf der Bühne ein von Kunstnebel umwaberter Sarg, im Hintergrund die Projektion eines Kirchenschiffs, klassische Musik - nein, es war nicht die internationale Vereinigung der Bestatter, die sich in der vergangenen Woche im Silicon Valley versammelte.
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Vielmehr hatte der für seine spektakulären Auftritte bekannte Apple-Chef Steve Jobs keine Mühen gescheut, um den 2500 Teilnehmern der globalen Mac-Entwicklerkonferenz deutlich zu machen: Ab sofort konzentriert sich der kalifornische Computerkonzern nur noch auf das im März 2001 eingeführte Betriebssystem OS X. Zu Bach'schen Klängen und mit einer Rose in der Hand hielt Jobs die Grabrede auf dessen Vorgänger Mac OS 9. Nur den schwarzen Anzug hatte sich der Apple-Chef erspart. Stattdessen trug er die gewohnte Kombination aus Blue Jeans und schwarzem Turtleneck-Shirt.

Die Einführung von OS X war ein Risiko, doch knapp 14 Monate nach Einführung gibt es rund 3000 Programme für dieses Betriebssystem. Dabei ist kaum jeder 20. neue Computer ein Mac, was die Begeisterung von Programmierern eigentlich schmälern müsste. Doch wegen der vielen neuen Funktionen entscheiden sich viele Nutzer für OS X, statt wie im Windows-Bereich länger mit der alten Version auszuharren.

Persönlich wirkte Jobs auf den Softwarekonzern Adobe ein, dessen begehrte Grafikprogramme schneller fit für OS X zu machen. Das zahlt sich für Adobe jetzt aus. Das neue Layoutprogramm Indesign 2.0 ist so gut gelungen, dass der Beinnah-Monopolist Quark erstmals ernsthafte Konkurrenz bekommt.

Derzeit läuft OS X auf mehr als einer Million Mac-Computern. Bis zum Jahresende erwartet Jobs mindestens fünf Millionen - etwa 20 Prozent der derzeit weltweit benutzten Mac. Den Umstieg noch beschleunigen soll eine überholte Version - Codename Jaguar -, die Ende des Sommers verfügbar sein soll. Für den Privatnutzer besonders interessant ist eine integrierte Handschriftenerkennung namens Inkwell sowie die Möglichkeit, direkt aus dem Betriebssystem heraus das Internet nicht nur zu durchsuchen, sondern die Seiten auch direkt anzeigen zu lassen.

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