Stich bewährt sich als Mental-Trainer
US-Tenniscracks zurück im WM-Titelrennen

An seinem spielfreien Dienstag beim 25. World Team Cup leckte Thomas Haas seine Wunden - und Nicolas Kiefer trainierte im Düsseldorfer Rochusclub die von Kapitän Michael Stich verordnete Leichtigkeit des Seins.

dpa DÜSSELDORF. Der an der Schulter verletzte Topspieler der deutschen Tennis-Nationalmannschaft ließ sich nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen Russland bei Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt durchchecken und betonte, dass seinem Einsatz im zweiten Spiel der "Blauen Gruppe" am Mittwoch (13.00 Uhr) gegen Großbritannien nichts im Wege steht. "Sorgenkind" Kiefer genoss derweil das ungewohnte Gefühl des Matchwinners und dachte positiv - so wie es Mental-Trainer Stich ihm verordnet hat.

In der "Roten Gruppe" meldeten sich die USA am Dienstag zurück im Titelrennen um die mit 2,1 Millionen Dollar dotierte Mannschafts-WM. Nach der Auftaktpleite gegen Frankreich sorgte Pete Sampras durch ein 7:5, 2:6, 7:6 (7:5) gegen Guillermo Canas für den siegbringenden zweiten Punkt gegen Argentinien. Jungstar Andy Roddick hatte zuvor Jose Acasuso mit 6:3, 6:2 geschlagen. Zwischen Schweden und Frankreich musste das abschließende Doppel entscheiden. Thomas Enqvist hatte Nicolas Escude mit 6:4, 6:4 geschlagen, anschließend kassierte Jonas Björkman durch ein 1:6, 6:4, 4:6 gegen Arnaud Clement den Ausgleich.

Das Stich'sche Rezept der "Leichtigkeit des Seins", das den Wimbledonsieger am Ende seiner Karriere 1996 noch einmal das Finale der French Open erreichen ließ, verfehlte seine Wirkung nicht. Kiefer war nach seinem Erfolg gegen Marat Safin, mit dem er den Siegpunkt gegen Russland holte, so gelöst und locker wie seit einem knappen Jahr nicht mehr. "Ich glaube, das war ein Wendepunkt", sagte der Holzmindener und strahlte nach dem Tiebreak-Krimi gegen die Nummer eins der Tennis-Welt neue Zuversicht aus.

"Mit Michael Stich haben wir eben einfach viel Spaß" - sprach's und verabschiedete sich zum Training, das sein Partner Haas verpasste. "Ich will mich bei meinem Arzt noch mal untersuchen und behandeln lassen", sagte der chronisch an der Schulter verletzte Wahl-Amerikaner. Seit Wochen klagt Haas über die Blessur, doch eine Pause komme nicht in Frage. "Ich bin ein bisschen verletzt", sagte er lakonisch. "Okay, damit muss ich leben."

Gut leben und gut spielen ist Stichs Patentrezept für den nach acht Erstrunden-Pleiten allein in diesem Jahr verunsicherten Kiefer. "Man darf das Lachen auf dem Platz nicht vergessen. Nicolas erinnere ich speziell immer daran, an die positiven Dinge zu denken und sich nicht ständig an das Negative zu erinnern."

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