Stichprobe in einigen Euro-Ländern: Was kostet wo wieviel?
Der Euro: Die Leichtigkeit des Preisvergleichs

Der Euro macht die Preise in den zwölf Teilnehmerstaaten der Währungsunion transparent. Schon vor der Bargeld-Einführung haben Experten und Politiker immer wieder betont, dass die bessere Vergleichbarkeit mittelfristig die Preise sinken lassen wird. Wo zum Beispiel Butter, Parfüm oder ein Ikea-Regal jetzt schon günstig sind, zeigt ein stichprobenartiger Preisvergleich in Geschäften mit mittlerem Preisniveau (keine Discounter) in einigen Euro-Staaten gemacht hat.

ap FRANKFURT/MAIN. Demnach können sich die Verbraucher in den Niederlanden über günstige Preise für Markenbutter freuen: 59 Cents sind zu zahlen. Saftig ist der Preis dagegen in Spanien. 2,98 Euro muss berappen, wer sich Markenbutter auf sein Brot schmieren will. Deutschland liegt mit 1,33 Euro im Mittelfeld.

Relativ gering sind die Preisdifferenzen dagegen beim Big Mac von McDonalds. Den günstigsten gibt es in Griechenland für 2,11 Euro, den teuersten in Belgien für 2,95 Euro. Deutschland liegt wiederum mit 2,65 Euro im Mittelfeld. Für eine Dose Coca Cola müssen in Spanien 33 Cent gezahlt werden, in Deutschland 35 und in Frankreich 76. Zähneputzen wiederum ist in Deutschland recht günstig: Für eine 75 Milliliter Tube Colgate Kariesschutz sind 92 Cent zu zahlen. Die Iren müssen für das gleiche Produkt dagegen 2,78 Euro berappen, in Spanien 1,20 Euro und in Portugal 1,62 Euro.

Wer einen Herrenanzug in die chemische Reinigung bringt, ist in Spanien mit 4,80 Euro dabei. In Finnland dagegen muss der Verbraucher richtig in den Geldbeutel langen, wenn der Anzug sauber werden soll. Dort kostet die chemische Reinigung eines Herrenanzugs satte 20,50 Euro. Deutschland liegt mit einem Preis von 10,50 Euro erneut im Mittelfeld.

Die Stichprobe ergab zudem: 75 Milliliter Spray des Herrenduftes Davidoff Cool Water, Eau de Toilette, sind mit 30,65 Euro in Deutschland besonders günstig. Spanien liegt mit 31,64 Euro ebenso wie Österreich mit 32,60 Euro auch im preiswerteren Bereich. In Frankreich kostet der Duft dann schon 35,67 Euro, in Portugal 39,03 Euro, in Belgien 40,90 Euro und in den Niederlanden 41 Euro. Spitzenreiter ist Griechenland mit 47 Euro.

Kabeljau ist in Italien am günstigsten

Wer zu Ikea fährt und ein Billy Regal, Birke, 80 mal 28 mal 202 Zentimeter kaufen will, zahlt in Deutschland 69 Euro und damit relativ gesehen wenig. Für Niederländer, die nahe der deutschen Grenze leben, könnte sich die Fahrt zum Nachbarn lohnen. Denn in ihrem Land kostet das gleiche Regal 81,23 Euro. Zwischen 71 Euro (Finnland) und 79,50 Euro (Belgien) kostet das Möbelstück in den anderen Ländern.

Die EU-Kommission hat bereits 2001 eine Untersuchung zu Preisen in der Europäischen Union erstellt und die Kosten für frische Lebensmittel und Unterhaltungselektronik verglichen. Ergebnis: «Die Preise für frische Lebensmittel in Supermärkten weichen von Mitgliedsstaat zu Mitgliedsstaat beträchtlich voneinander ab.» So waren in Deutschland zum Beispiel Schweinekoteletts am billigsten, Tomaten hingegen am teuersten. Dagegen sei in Italien Kabeljau am günstigsten, während bestimmte Käsesorten am teuersten seien. Festgestellt wurde dabei auch: Die Preise in Mitgliedsstaaten mit höherem Einkommensniveau sind nicht zwangsläufig höher. "Auch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze sind nicht die Ursache für die Preisstreuung. Selbst bei den Preisen ohne Mehrwertsteuer sind noch erhebliche Abweichungen zwischen den Mitgliedsstaaten festzustellen."

Der Kommission zufolge bewegten sich die maximalen Preisunterschiede zwischen den EU-Mitgliedsstaaten bei Unterhaltungselektronik in der Regel zwischen 30 Prozent und 50 Prozent. Regionale Preisunterschiede innerhalb eines Landes lägen normalerweise zwischen zehn und 30 Prozent. Die Untersuchung zeige, dass etwa spanische Verbraucher bei Unterhaltungselektronik 20 Prozent sparen könnten, wenn sie jedes einzelne Produkt zum niedrigsten EU-Preis einkaufen könnten.

Doch: "Das ist natürlich eine rein theoretische Rechnung, da es keine "perfekten Märkte" gibt, auf denen man stets jedes Produkt unionsweit ohne Zusatzkosten erwerben kann." Nichtsdestotrotz sei das Beispiel nützlich, "denn es liefert Anhaltspunkte dafür, welches Potenzial im Binnenmarkt noch freigesetzt werden kann, wenn wir weitere Fortschritte beim Abbau der Handelsschranken erzielen, die ein vollständige Integration verhindern."

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