Stichwahl am 1. April
Roth verfehlt absolute Mehrheit bei OB-Wahl

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt hat die christdemokratische Amtsinhaberin Petra Roth am Sonntag überraschend die absolute Mehrheit verfehlt, so dass es am 1. April zu einer Stichwahl kommt. Bei einer Wahlbeteiligung von nur 46,1 % errang Roth 48,6 % der Stimmen, während ihr Hauptkonkurrent, der SPD-Bürgermeister Achim Vandreike, auf 34,6 % kam.

Reuters WIESBADEN/FRANKFURT. Von der zugleich abgehaltenen Kommunalwahl in Hessen, die als erster Stimmungstest für den CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch nach der Finanzaffäre seiner Partei gilt, sollten erst am frühen Montagmorgen Trends bekannt gegeben werden. Nach Schätzungen des Statistischen Landesamtes lag die Wahlbeteiligung landesweit jedoch um zehn bis 15 %punkte unter den 66 % der Kommunalwahl 1997.

In die Frankfurter Oberbürgermeisterwahl war die 56-jährige CDU-Politikerin Roth als klare Favoritin gegangen. Alle Umfragen sagten ihr eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang voraus, was auch ihr erklärtes Ziel war. Bereits 1995 war Roth im ersten Anlauf mit 51,9 % der Stimmen in das Frankfurter Stadtparlament Römer eingezogen. Zu dem Ergebnis am Sonntag sagte Roth, sie habe die Latte sehr hoch gelegt und ihr Ziel hauchdünn verfehlt. Ein Grund dafür sei möglicherweise die "erschreckend geringe" Wahlbeteiligung. Sie freue sich jedoch darüber, dass fast 50 % der Wähler ihr das Vertrauen ausgesprochen hätten und die CDU den Trends zufolge die stärkste Fraktion im Römer stellen werde. Koch sagte, er sei optimistisch, dass Roth im zweiten Anlauf siegen werde.

Vandreike erklärte, Roth habe eine Niederlage erlitten. Er rechne sich am 1. April Chancen auf den Sieg aus. "Ich werde die nächsten zwei Wochen kämpfen, dass sich die Balken biegen", kündigte der SPD-Politiker an. Die SPD werde ihre Wähler noch stärker als bisher mobilisieren. Dabei dürfte sie auch auf die Unterstützung der Grünen im Römer setzen, deren OB-Kandidatin Jutta Ebeling am Sonntag 10,3 % der Stimmen erhalten hatte.

Im Vorfeld der aktuellen Kommunalwahl hatten Experten vermutet, das neue Wahlrecht könne die Wahlbeteiligung schrumpfen lassen: Seit der Wahlreform dürfen die hessischen Wähler Kandidaten mehrerer Parteien auf einem Wahlzettel ankreuzen und jedem einzelnen Bewerber bis zu drei Stimmen geben. Die Fünf-Prozent-Hürde wurde abgeschafft.

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