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Stichwahl in der Ukraine

Bei der von Manipulationen überschatteten ukrainischen Präsidentenwahl haben sowohl Regierungschef Viktor Janukowitsch als auch Oppositionsführer Viktor Juschtschenko die absolute Mehrheit verpasst. Die beiden Kontrahenten treten am 21. November zu einer Stichwahl an.

dpa KIEW. Bei der von Manipulationen überschatteten ukrainischen Präsidentenwahl haben sowohl Regierungschef Viktor Janukowitsch als auch Oppositionsführer Viktor Juschtschenko die absolute Mehrheit verpasst. Die beiden Kontrahenten treten am 21. November zu einer Stichwahl an.

Es geht um die Nachfolge Leonid Kutschmas. Westliche Wahlbeobachter kritisierten am Montag zahlreiche Wahlrechtsverstöße. Die Wahl sei auf dem ukrainischen Weg zur Demokratie ein "Schritt zurück", urteilte eine Osze-Delegation. Nach Auszählung von knapp 95 Prozent aller Stimmzettel entfielen 40,12 Prozent auf den von Russland unterstützten Regierungschef Janukowitsch.

Knapp dahinter lag der westlich orientierte Reformpolitiker Juschtschenko mit 39,15 Prozent. Juschtschenko hatte in der Wahlnacht die Anwendung "krimineller Technologien" bei der Stimmenauszählung kritisiert. Regierungschef Janukowitsch zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. "Die Menschen haben wieder Vertrauen in die Staatsmacht. Dies hat die erste Wahlrunde bewiesen", sagte Janukowitsch in Kiew.

Bei der Stichwahl in drei Wochen könnten die Anhänger der Nächstplatzierten den Ausschlag geben. Der Sozialist Alexander Moros (5,8 Prozent) hat bereits seine Sympathien für Juschtschenko erkennen lassen. Dagegen dürfte sich der Kommunisten-Chef Pjotr Simonenko (5,2 Prozent) für Janukowitsch stark machen.

Die Beobachter-Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (Osze) kritisierte eine einseitige Einmischung des Staatsapparates zu Gunsten von Ministerpräsident Janukowitsch. "Es gibt wenig Anlass zur Freude", urteilte der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der Osze, Bruce George, in Kiew.

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