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Bewaffnung der Taliban

Das Waffenarsenal der Taliban ist klein und veraltet. Mehr als 50 000 Mann kann die Milizi nicht unter Waffen stellen.

mbr DÜSSELDORF. Die afghanischen Taliban haben noch aus Zeiten des Krieges gegen die Rote Armee (1979 bis 1989) ein kleines Waffenarsenal. Nach Erkenntnissen der russischen Geheimdienste (Militär- und Auslandsaufklärung) verfügen die islamistischen Taliban über 200 gepanzerte Fahrzeuge und Panzer, rund 300 Artilleriegeschütze und reaktive Geschütze, darunter einige Einheiten der noch heute von der russischen Armee eingesetzten Abwehrsysteme "Grad".

Daneben haben die Taliban tragbare Luftabwehrsysteme der Typen Stinger und Stinger-Post. Die Luftstreitkräfte des Regimes in Afghanistan sind hingegen sehr schwach: Zehn russische Mi-8-Hubschrauber (von denen die Taliban zwei an die aus Afghanistan operierende Usbekische Befreiungsfront IMU abgegeben haben sollen) stehen neben der Hangars mit 14 bis 16 veralteten MiG-21-Kampfjets. Der russische Militärgeheimdienst hält die Zahlen der Taliban-Kämpfer für maßlos übertrieben: Die Taliban könnten nicht mehr als 50 000 Mann unter Waffen stellen, davon seien 20 000 an Grenzübergängen zu Pakistan gebunden, hieß es in Moskau. Weitere 20 000 Kämpfer sollen ein Vorrücken der Nordallianz aufhalten.

Die anderen seien in Garnisonen in Kabul, Kandahar, Herat, Dschalalabad und Host ansässig. Gegen Luftangriffe scheinen die Taliban kaum gewappnet zu sein. Doch die Kämpfergruppen sind hochgradig mobil. Um sie aus der Luft treffen zu können, müssen Hubschrauber oder tieffliegende Jets eingesetzt werden. Diese sind aus unübersichtlichen Bergmassiven leicht abzuschießen, warnen russische Militärs aus ihren Erfahrungen aus dem Afghanistan-Krieg.

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