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Stichwort Börsenkrach 1929: Die Weltwirtschaftskrise

Auf den "Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 folgte die bisher schwerste Krise der Weltwirtschaft. Der Zusammenbruch der New Yorker Börse war Auslöser, aber nicht Ursache der Weltwirtschaftskrise. In der bis dahin herrschenden Euphorie waren Aktien auf Kredit gekauft worden.

dpa-afx HAMBURG. Auf den "Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 folgte die bisher schwerste Krise der Weltwirtschaft. Der Zusammenbruch der New Yorker Börse war Auslöser, aber nicht Ursache der Weltwirtschaftskrise. In der bis dahin herrschenden Euphorie waren Aktien auf Kredit gekauft worden. Mit diesen ungedeckten Wertpapieren wurden neue gekauft. Aus dem Kursverfall wurde ein Absturz. Absatzschwierigkeiten und Preisverfall führten zu einer schweren Krise der Landwirtschaft. Der Welthandel wurde durch Schutzzölle behindert. Die Reparationsverpflichtungen Deutschlands und kriegsbedingte Auslandsschulden hatten zudem zu einer starken Ausweitung des internationalen Geldverkehrs geführt.

Währende der Krise schrumpfte die Geldmenge in den USA um ein Drittel, tausende Banken schlossen ihre Schalter für immer. Industrielle Produktion und Einkommen der Farmer sanken auf die Hälfte. 1932 war jeder vierte Amerikaner arbeitslos. Der Dow Jones sank von 381,17 im September 1929 auf einen Tiefpunkt von 41,22 im Juli 1932. Ein Vermögen von 74 Mrd. Dollar war ausradiert, nach heutiger Kaufkraft ungefähr eine Billion Dollar (816 Mrd. Euro).

Ausgehend von den USA erfasste die Krise alle Industrieländer. Das internationale Währungssystem mit seinen festen Wechselkursen brach zusammen. In Deutschland wurde die Depression durch die Kriegsreparationen und den Abzug der Auslandskredite verstärkt. Auch hier kam es zum Teufelskreis im Sinken von Kaufkraft, Nachfrage, Produktion und Beschäftigung. Die Einkommen sanken um ein Fünftel, der Aktienindex um mehr als ein Drittel. Die Industrieproduktion fiel auf den Stand von 1904. Die Deflationspolitik der Regierung Brüning zielte in erster Linie auf Geldwertstabilität, nicht auf eine Verringerung der Arbeitslosigkeit. Im Februar 1932 waren sechs Millionen Deutsche ohne Arbeit - jeder dritte Erwerbsfähige. Der Aufschwung kam zu spät, das Vertrauen in Marktwirtschaft und Demokratie war erschüttert. In der Krise nutzten Extremisten die Gunst der Stunde. Die Nsdap wurde zur Massenpartei.

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