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Stichwort: Die Rechtschreibreform

Hamburg (dpa) - Die 1996 von Ländern des deutschen Sprachraums beschlossene Rechtschreibreform sollte die gröbsten Missstände der alten Schreibregeln beseitigen und die Rechtschreibung vereinfachen. Für Ämter und Schulen gelten die neuen Regeln seit 1. August 1998. Die Medien übernahmen ein Jahr später die neuen Schreibweisen. Von den großen Printmedien blieb nur die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» bei der traditionellen Form.

Hamburg (dpa) - Die 1996 von Ländern des deutschen Sprachraums beschlossene Rechtschreibreform sollte die gröbsten Missstände der alten Schreibregeln beseitigen und die Rechtschreibung vereinfachen. Für Ämter und Schulen gelten die neuen Regeln seit 1. August 1998. Die Medien übernahmen ein Jahr später die neuen Schreibweisen. Von den großen Printmedien blieb nur die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» bei der traditionellen Form.

Die Übergangs- und Erprobungszeit endet am 1. August 2005. Dann gilt das neue Regelwerk an Schulen verbindlich. Mit der Reform soll die Schriftsprache logischer und leichter erlernbar werden. Das alte Regelwerk mit 212 Vorgaben wurde auf 112 fast halbiert, aus 52 Kommaregeln wurden 9.

Grundsätzlich wird eher getrennt als zusammen und mehr groß als klein geschrieben. Auffälligste Änderung ist die Auflösung von «ß» nach kurzem Vokal zu «ss» (aus daß wird dass). Nach kurzen Vokalen wird öfter gedoppelt: nummerieren statt numerieren und Tipp statt Tip. In Wortzusammensetzungen bleiben dreifache Konsonanten erhalten: Balletttänzer, Flanelllappen. Bei Fremdwörter sind wahlweise «Spaghetti mit Thunfisch» und «Spagetti mit Tunfisch» möglich.

Kritiker der Reform beklagen, dass die Einheitlichkeit der Rechtschreibung verloren gegangen sei. Die Vielzahl der neuen Varianten führe zu Missverständnissen und Fehlern.

Im Juni 2004 beschloss die Kultusministerkonferenz, weitere Varianten zuzulassen. Bei der Getrennt- und Zusammenschreibung sind zum Beispiel neben «allein stehend» oder «Rat suchend» nun auch die frühere Formen «alleinstehend» und «ratsuchend» zulässig. Neben «Leid tun» ist auch «leidtun» möglich. Wahlfreiheit gilt auch bei Fremdwörtern wie «Bluejeans» oder «Blue Jeans». In Fällen wie «ohne weiteres» und «vor kurzem» ist auch Großschreibung möglich, also «ohne Weiteres», «vor Kurzem».

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