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Stichwort: Dollarbindung

Die Tage der 1:1-Dollarbindung des argentinischen Pesos sind gezählt. Dieses von Domingo Cavallo vor zehn Jahren geschaffene System, in dem die Peso-Geldmenge durch Devisenreserven gestützt ist (Currency-Board), bildete in den 90er-Jahren die Basis für Wachstum und Stabilität.

ang. Doch die Schwächen des Modells zeigten sich mit den ersten Anzeichen der Rezession, verstärkt durch die Unfähigkeit der Regierung Carlos Menem zu der notwendigen Haushaltsdisziplin. Denn das Staatsdefizit muss im Currency-Board-System rein durch ausländisches Kapital oder staatliche Kreditnachfrage finanziert werden.

Die derzeitige Regierung suchte das Defizit abzubauen, um das Finanzsystem zu stabilisieren und Vertrauen für Investitionen zu schaffen. Doch angesichts der Reformunwilligkeit der an Günstlingswirtschaft und Privilegien gewöhnten Politik geschah dies vor allem über Steuererhöhungen. Die Rezession vertiefte sich, das Vertrauen der Investoren schwand. Die Vertrauenskrise führte zur Erosion des Finanzsystems. Zwar ist der Bargeldumlauf noch durch Devisenreserven gedeckt, doch im Falle einer Dollarisierung und Abschaffung des Pesos blieben nur noch wenig Reserven zur Stützung der Bankeinlagen.

Das Vertrauen der Sparer kann der Dollar kaum wiederherstellen. Die Alternative ist eine Abwertung mit nachfolgender Dollarisierung, etwa zum Kurs 1:1,20. Doch dies hätte angesichts des hohen Grads an Dollarverschuldung sehr negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

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