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Stichwort: embryonale und adulte Stammzellen

dpa HAMBURG. Menschliche EMBRYONALE STAMMZELLEN können sich noch in mehr als 200 Gewebe-Arten entwickeln. Nach Meinung der meisten Forscher können aus diesen Zellen jedoch keine vollständigen Lebewesen mehr werden. Aus embryonalen Stammzellen wollen Forscher Ersatzgewebe für Patienten mit Alzheimer, Parkinson, Herzinfarkt oder Diabetes züchten. Die Zellen werden nach Angaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf drei Arten gewonnen:

Aus ÜBERZÄHLIGEN EMBRYONEN, die bei künstlichen Befruchtungen übrig bleiben und nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden. Die in Befruchtungskliniken lagernden Embryonen werden aufgetaut und wachsen im Labor vier Tage lang. Von diesem Blastozysten-Stadium wird die äußere Hülle entfernt. Weltweit sind nur drei Linien menschlicher embryonaler Stammzellen bekannt. Sie sollen alle aus überzähligen Embryonen gewonnen worden sein. Die jetzt offenbar für die Universität Kiel bestimmten Zellen sollen ursprünglich aus Singapur stammen.

Außerdem können ABGETRIEBENEN FÖTEN Vorläufer von Ei- oder Samenzellen entnommen werden, die sich zu Zellen entwickeln können, die sich nicht von embryonalen Stammzellen unterscheiden. Schließlich können embryonale Stammzellen durch KLONEN hergestellt werden. Dazu wird eine Eizelle entkernt und mit dem Erbmaterial einer Körperzelle versetzt. Es entsteht eine Zelle, die sich wie ein Embryo weiter entwickelt. Die Forscher möchten aus dem Embryo Stammzellen entnehmen und sie zu Gewebezellen programmieren.

Sowohl die geklonten als auch die überzähligen Embryonen werden durch die Entnahme der Stammzellen zerstört. Daher sind diese Methoden in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten. Der Import embryonaler Stammzellen ist dagegen nicht untersagt.

ADULTE STAMMZELLEN sind teilungsfähige Zellen, die laut DFG in bislang 20 Organen des Körpers und im Nabelschnurblut von Neugeborenen gefunden wurden. Sie können sich im Vergleich zu embryonalen Stammzellen nur begrenzt vermehren und entwickeln. Ethische Bedenken gibt es hierbei nicht.

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