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Stichwort: Momentmagnitude

Die Momentmagnitude hat die nach dem amerikanischen Seismologen Charles Richter benannte Berechnungsmethode für die Stärke von Erdbeben verdrängt.



wiwo/ap FRANKFURT/MAIN. Fortschritte in der seismologischen Messtechnik und die flächendeckende Verteilung moderner Erdbebenstationen haben die neue Messmethode erforderlich gemacht und die Schwächen der Richter-Skala aufgezeigt.

Bei der Berechnung der Momentmagnitude steht nicht mehr die bei einem Beben freigesetzte Energie im Mittelpunkt, sondern die Länge des Bruchs in der Erdkruste. Diese kann wenige hundert Meter, aber auch Hunderte Kilometer betragen. Zumindest für kleine bis mittelgroße Erdstöße sind die Werte der Momentmagnitude aber mit den Richter-Werten vergleichbar. Entwickelt wurde die neue Methode in Kalifornien, dem weltweit führenden Zentrum seismologischer Forschung.

Die sogenannte Richter-Skala hat Wissenschaftlern zufolge eine entscheidende Schwäche: Sie ist eben nicht "nach oben hin offen", wie es gemeinhin heißt, sondern hat etwa bei Stufe sieben einen "Sättigungsgrad". Stärkere Erdbeben können daher mit der alten Skala nicht mehr genau beschrieben werden. Charles Richter stützte sich, dem Stand der dreißiger Jahre entsprechend, auf die Messkurve eines inzwischen veralteten Seismographen. Aus dem größten Ausschlag der in Zickzacklinie aufgezeichneten Erdstöße berechnete er nach einer Formel die freigesetzte Energie des Bebens. Der Schritt etwa von Grad sechs auf sieben seiner logarithmischen Skala bedeutete dabei, dass die Energie zehn Mal größer war.

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