Stichwort Thüringen
Wahlen im kleinsten ostdeutschen Flächenland

Thüringen ist das kleinste Flächenland Ostdeutschlands. Seine Einwohnerzahl liegt mit knapp 2,4 Mill. aber etwas über der Mecklenburg-Vorpommerns. Das Land war in den zwanziger Jahren aus acht Fürstentümern gebildet, in der DDR aber wieder aufgelöst worden; es entstand nach der Wende neu.

HB ERFURT. Die Landeshauptstadt Erfurt ist mit rund 200 000 Einwohnern die größte Stadt Thüringens.

Thüringen ist sehr ländlich strukturiert. Die wirtschaftlich stärkste Region ist die entlang der Städtekette Eisenach-Erfurt-Jena an der Autobahn 4. Zu den wichtigsten Unternehmen gehören das Eisenacher Opel-Werk sowie die Jenaer Unternehmen Zeiss, Jenoptik und Schott. Charakteristisch für das Land ist ein niedriges Lohnniveau und der hohe Anteil mittlerer und kleiner Betriebe.

Mit 17 % hat Thüringen zwar die niedrigste Arbeitslosenquote in Ostdeutschland, liegt damit aber deutlich hinter dem westdeutschen Schlusslicht Bremen mit 13,5 %. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vergangenen Jahr um 1,8 %, was dem dritthöchsten Wert in Deutschland hinter Sachsen und Sachsen-Anhalt entspricht. Vor allem in Jena haben sich um die Friedrich-Schiller-Universität zahlreiche Wissenschafts- und Forschungsinstitute angesiedelt, darunter drei der Max-Planck-Gesellschaften.

Die früheren Fürstentümer haben Thüringen eine große Vielfalt an Denkmälern und Kultureinrichtungen hinterlassen. Die wichtigsten Tourismusziele sind die Klassikerstadt Weimar, die Wartburg bei Eisenach, das Kyffhäuser-Denkmal und der Thüringer Wald. Bei den Landeszuschüssen für Theater liegt Thüringen prozentual nach der Einwohnerzahl auf Platz eins in Deutschland.

Weltweites Aufsehen erregte 2002 das Massaker am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, bei dem ein 19-jähriger ehemaliger Schüler 16 Menschen erschoss und sich anschließend selbst tötete. Eine Juristenkommission kritisierte später den zuvor erzwungenen Schulabgang des Täters und Defizite beim Polizeieinsatz.

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