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Wahlkampfarithmetik: Überhangmandate

Überhangmandate entstehen durch das Zusammenspiel von Erst- und Zweitstimme.

ew DÜSSELDORF. Entscheidend für die Zusammensetzung des Bundestages sind grundsätzlich die Zweitstimmen. Mit der Erststimme werden hingegen die Direktkandidaten einzelner Wahlkreise gewählt. Und das bedeutet: Wer die meisten Erststimmen in einem Wahlkreis auf sich vereint, kommt ins Parlament.

Wenn eine Partei auf diesem Weg allerdings mehr Mandate erringt, als ihr nach ihrem Zweitstimmenanteil zustehen, kommt es zu Überhangmandaten - die gewählten Direktkandidaten dürfen trotzdem in einem der blauen Bundestagssessel Platz nehmen.

Ausgleichsmandate für die anderen Parteien sind nicht vorgesehen, im Extremfall kann also eine Partei die Mehrheit der Sitze erlangen, ohne die Mehrheit der (Zweit-) Stimmen zu haben - eine pikante Note unserers Wahlsystems, die das Bundesverfassungsgericht 1997 aber für rechtens erklärte.

Eine besondere Bedeutung hatten Überhangmandate auch 1994 für die schwarz-gelbe Koalition. Durch 12 Sitze mehr für die Union konnte die nach Zweitstimmen überaus knappe Regierungsmehrheit ausgebaut werden.

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