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Stichwort: Wahlmänner-Kollegium

dpa WASHINGTON. In den USA entscheidet das Volk nur indirekt über den Präsidenten. Gewählt wird der Präsident durch das so genannte Electoral College, ein Gremium von insgesamt 538 Vertretern der einzelnen Bundesstaaten und des District of Columbia mit der Bundeshauptstadt Washington.

Jeder Staat stellt so viele Wahlmänner oder-frauen, wie er Abgeordnete und Senatoren im Kongress besitzt. Mit Ausnahme von zwei Bundesstaaten gilt überall das Prinzip: Der Sieger bekommt alles. Der Verlierer geht leer aus - ganz gleich, wie viele Stimmen der Bürger ein Kandidat in dem betreffenden Staat auf sich vereinigen konnte. Traditionell halten sich die Mitglieder des Electoral College daran.

Um Präsident zu werden, sind mindestens 270 Stimmen im Electoral College nötig. Der designierte Präsident George W. Bush konnte nach seinem knappen Sieg in Florida 271 Wahlmänner hinter sich bringen. Auf den Demokraten Al Gore entfielen 267 Wahlmänner. Das Votum fand in diesem Jahr am 18. Dezember statt, die Vereidigung des neuen Präsidenten am 20. Januar.

Das System macht es möglich, dass ein Kandidat zwar US-weit die meisten Wählerstimmen (popular vote) bekommen kann, aber trotzdem nicht Präsident wird. In diesem Jahr erhielt Gore mehr Stimmen, unterlag aber knapp bei den Wahlmännern. Zuvor war dies in der Geschichte erst zwei Mal vorgekommen: 1876 gewann Rutherford Hayes und 1888 Benjamin Harrison, obwohl ihr jeweiliger Kontrahent insgesamt mehr Stimmen erhalten hatte.

Auch ein Patt im Electoral College ist nicht ausgeschlossen - wie beim Rennen zwischen Thomas Jefferson und Aaron Burr im Jahr 1800. In einem solchen Fall muss das US-Repräsentantenhaus entscheiden. Dabei steht jeder Abgeordnetengruppe eines Staates nur je eine gemeinsame Stimme zu.

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