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Stielike verteidigt Radikal-Umbau der U21

Alzey (dpa) - Der von Ulli Stielike praktizierte «Radikal-Umbau» der Mannschaft ist missglückt und hat die Ziele der U 21-Junioren bei der Europameisterschaft in große Gefahr gebracht.

Alzey (dpa) - Der von Ulli Stielike praktizierte «Radikal-Umbau» der Mannschaft ist missglückt und hat die Ziele der U 21-Junioren bei der Europameisterschaft in große Gefahr gebracht.

Der Trainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wollte mit der «zweiten Garnitur» gegen die starken Schweden bestehen, doch beim 1:2 in Mannheim wurde damit der vorzeitige Einzug in das Halbfinale verpasst. Nun muss gegen Portugal in Mainz der nötige Punkt geholt werden, sonst ist der Traum von Olympia und der erste EM-Titel schon nach der Vorrunde geplatzt.

«Die Aufgabe ist aber machbar, denn beim 2:2 gegen die Schweiz haben die Portugiesen wichtige Zähler verloren», sieht Stielike dem Vergleich zuversichtlich entgegen. Der DFB-Trainer verteidigte noch einmal vehement sein gewagtes und gescheiterte Vorgehen: «Als Nachwuchstrainer im Verband kann ich aber nur die Leistung der Spieler beurteilen, wenn sie auf dem Platz stehen und nicht, wenn sie auf der Bank sitzen.» Er fügte hinzu: «Ich mache die Niederlage auch nicht an den Spieler-Wechseln fest. Das war im Vorfeld schon so beschlossen.»

Die Maßnahme, nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen die Schweiz gleich neun neue Akteure gegen die Schweden zu stellen, fand jedoch wenig Anklang. Stielike wehrte sich gegen die Kritik, die vor allem von außen an ihn herangetragen wurde: «Wir haben hier keinen zusammengewürfelten Haufen, sondern die besten Spieler dieses Jahrganges. Bei uns wird vieles immer am Ergebnis orientiert.» Er fügte hinzu: «Ich habe mich weder für die A-Nationalmannschaft als Trainer beworben, noch habe ich mich für die Betreuung der U 21- Junioren stark gemacht. Auch einen Vertrag habe ich noch nie gekündigt.»

Rückendeckung erhielt der Junioren-Trainer von Teamchef Rudi Völler: «Es ist doch alles für unsere Mannschaft drin. Wenn jemand vorher gesagt hätte, dass uns im letzten Spiel nur ein Punkt zum Weiterkommen genügt, hätten sich alle gefreut.» Stielike und Völler gehen davon aus, dass das Halbfinale bei dieser EM erreicht wird. Gegen Portugal will Stielike nun eine «Mixture» aus den beiden ersten Spielen in Main auf den Platz bringen. Sicher ist dabei das Sturmduo. Es wird Podolski/Auer heißen.

Gegen die Skandinavier hatten lediglich Torwart Tim Wiese (1. FC Kaiserslautern) und Christoph Preuß (Eintracht Frankfurt) wieder eine Chance bekommen. Doch erst als Andreas Görlitz (TSV 1860 München), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München) und vor allem Benjamin Auer (FSV Mainz) im Verlauf der zweiten Halbzeit ins Team rückten, wurde das Spiel druckvoller. Nach einem 0:2-Rückstand durch Tore von Jon Jönsson (48.) und Johan Elmander (61.) kam der Anschlusstreffer von Auer (85.) vor 18 550 Zuschauern aber zu spät.

Lukas Podolski vom 1. FC Köln stand bei diesem Spiel unter besonderer Beobachtung. Bundestrainer Michael Skibbe war extra aus dem Trainingslager der A-Nationalmannschaft nach Mannheim geeilt. Der Stürmer hatte nach seiner Verletzung noch nicht wieder alte Form und glänzte lediglich durch seinen Einsatz. Sollte Podolski zusammen mit Schweinsteiger für die EM in Portugal nachnominiert werden, so bleiben sie bis zur letzten Minute bei den U 21-Junioren.

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