Stille Trauer
Zahl der Vermissten und Toten über 5 800

Eine Woche nach den verheerenden Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington ist die Zahl der Toten und Vermissten auf mehr als 5 800 gestiegen. Unterdessen schwand auch in New York die Aussicht auf Rettung Überlebender.

dpa NEW YORK. Während bei der Attacke auf das US-Verteidigungsministerium rund 190 Menschen ums Leben kamen, wurden am Dienstag in New York noch mehr als 5 400 vermisst. Mehr als 200 Tote wurden geborgen. Bei dem Absturz der entführten Maschine bei Pittsburgh starben 44 Menschen. Unter den Opfern in New York sind Menschen aus 62 Ländern.

Die Rettungstrupps im Süden Manhattans gaben dennoch die Hoffnung nicht auf. "Wenn wir einen lebend finden könnten - nur eine einzige Person - es wäre ein Wunder", wünscht sich Feuerwehrmann Rick Burmeister. Auch Bürgermeister Rudolph Giuliani räumte ein: "Die Realität ist einfach, dass wir keine größere Zahl von Opfern mehr lebend herausholen werden."

Hundertausende Tonnen von Schutt

Aus dem fünf Stockwerke tiefen Krater, den die Zwillingstürme des World Trade Center beim Einsturz rissen, und den Trümmerbergen stiegen auch am Dienstag noch dichte Rauch- und Staubwolken auf, die über die Stadt zogen. Feuerwehrchef Thomas von erläuterte: "Unter den Trümmern sind Tanks, Garagen und Autos, niemand kann sagen, wie lange das noch brennen wird." Den Feuerwehrleuten sei es derzeit unmöglich, unter den hunderttausenden Tonnen von Schutt an die eigentlichen Brandherde zu kommen.

Die Hoffnung auf Überlebende konzentrierte sich derweil auf die Geschäftspassagen in den Untergeschossen beider Türme - auch dort bisher ohne Ergebnis. "Wir werden erst aufhören, wenn mir die Experten vor Ort sagen, dass es jetzt keine Hoffnung mehr gibt", beharrte Giuliani. Mindestens 2 000 Helfer sind ständig am Ort, dazu kommen mehrere Hundert im Schichtdienst.

Entsetzen ist stiller Trauer gewichen

Derweil weicht das Entsetzen von zehntausenden Hinterbliebenen allmählich stiller Trauer. "Wir haben einfach keine Tränen mehr", sagte Sara Fagan aus Brooklyn. "Wir sind wie betäubt". Poster und Handzettel mit den Fotos der Vermissten säumen in Manhatten unzählige Hauswände, Bauzäune, Telefonhäuschen und Briefkästen. Auf Mauern liegen Steine, das jüdische Symbol für Trauer, neben Kerzen mit Marienbildern. Aus Mangel an Platz für die wachsende Zahl von Hilfesuchenden verlegten die New Yorker Behörden ihr "Family Assistance Center" jetzt aus der Stadtmitte an den Hudson.

Obwohl Schulen und viele Geschäfte am Dienstag wegen des jüdischen Neujahrsfestes Rosh Hashana geschlossen blieben, staute sich der Verkehr kilometerlang vor den wenigen wieder geöffneten Tunnels und Brücken zur Insel Manhattan. Pendler aus dem Umland mussten im Schnitt eineinhalb Stunden zu ihrer Anfahrtzeit ins Büro addieren, berichteten Rundfunksender.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%