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Stilllegung von Anlagen lässt Alcoa-Gewinne sinken

Reuters NEW YORK. Der weltgrößte Aluminiumhersteller Alcoa hat im zweiten Quartal angesichts hoher Aufwendung für die Stilllegung einiger Anlagen weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn einschließlich Aufwendungen von rund 114 Mill. Dollar sei im Vorjahresvergleich um rund 16 % auf 315 Mill. Dollar gesunken, teilte der in Pittsburgh ansässige Konzern am Freitag mit. Die Stilllegungen hätten vor allem Produktionsstätten im Nordwesten der USA betroffen, wo die Stromkosten zuletzt deutlich angestiegen waren. Pro Aktie habe Alcoa 36 Cents verdient nach 47 Cents im zweiten Quartal 2000. Ausgenommen die Sonderkosten übertraf Alcoa allerdings die Prognosen der Analysten, die sich schwer taten mit der Interpretation des Zahlenwerks. Die Aktie büßte nach anfänglichen Gewinnen im Handelsverlauf an der Wall Street leicht ein.

Beim Umsatz verzeichnete Alcoa nach eigenen Angaben einen Zuwachs auf sechs Mrd. Dollar verglichen mit 5,6 Mrd. Dollar im zweiten Quartal 2000. Alcoa hatte zuletzt vertraglich vereinbarte Stromkontingente, die für den Betrieb der stillgelegten Anlagen vorgesehen waren, am Strommarkt verkauft. Vor Aufwendungen erwirtschaftete der Aluminiumhersteller einen Gewinn von 429 Mill. Dollar oder 49 Cents je Aktie und übertraf damit die Schätzungen der Wall-Street-Analysten, die im Schnitt mit 45 Cents gerechnet hatten. Alcoa verwies dabei Kosteneinsparungen und Synergieeffekte aus dem Zukauf von Unternehmen.

"Alcoas Gewinnzahlen scheinen einem biblischen Text zu ähneln, da sie vielfältig interpretiert werden können", sagte John Tumazos, Analyst bei der Investmentbank Sanford Bernstein. Würden Steuererträge und Sondereinnahmen aus Verkäufen aus den Zahlen herausgerechnet, bliebe ein Gewinn je Aktie von 43 Cents je Aktie übrig. Dies entspreche ungefähr dem, was er erwartet habe, sagte Tumazos. Andere Experten verwiesen auf das schwierige Konjunkturumfeld, dass nun langsam auch nach Europa übergehe. "Ich tue mich schwer damit zu sehen, wie Alcoa seine Gewinne steigern kann, wenn es nicht zu einer Konjunkturwende kommt oder neue Übernahmen getätigt werden", sagte Georges Lequime, Analyst bei der HSBC Securities.

Die Alcoa-Aktie legte an der US-Börse zunächst zu, fiel dann aber leicht ins Minus ab. Am frühen Abend (MESZ) lag die Aktie mit 0,07 % im negativen Terrain bei 40,75 Dollar.

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